Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

STUTTGART (ks)–Die nächste Fabrik für Lithium-Ionen-Batterien werde mit Sicherheit in Europa entstehen, sagte Bernd Bohr, Vorsitzender des Unternehmensbereiches Kraftfahrzeugtechnik bei Bosch, am Dienstagabend in Stuttgart.

Kurzfristig sei vor allem dort mit Nachfrage zu rechnen. Ab dem übernächsten Jahr stelle sich dann die Frage nach einem weiteren Werk, erklärte der Manager.

Im Sommer 2008 hatten Bosch und Samsung unter dem Namen SB LiMotive ein Gemeinschaftsunternehmen zur Entwicklung, Fertigung und zum Vertrieb von Lithium-Ionen-Batterien gegründet. Seit Mitte November werden im südkoreanischen Ulsan Lithium-Ionen-Batteriezellen hergestellt. Bis 2015 soll die Kapazität auf gut vier Gigawattstunden pro Jahr hochgefahren werden – das würde für rund 180.000 Elektrofahrzeuge reichen.

Als Batterielieferanten wählten seither BMW, Fiat sowie der Autozulieferer Delphi das paritätisch geführte Joint Venture SB LiMotive aus. Inzwischen sei ein weiter Großauftrag in trockenen Tüchern, sagte Franz Fehrenbach, der Vorsitzende der Bosch-Geschäftsführung. Details wollte er nicht nennen.

Bernd Bohr erklärte, das Joint Venture entwickele sich sehr gut, vor allem da es die gesamte Wertschöpfungskette von der Zellentwicklung bis zur Batteriemontage abdecke. Bosch profitiere von Samsungs Erfahrungen in der Großserienfertigung solcher Batterien für den Einsatz in der Unterhaltungselektronik, Samsung im Gegenzug von Boschs Expertise in der Automobilindustrie. Von aktuell 25 bis 30 Herstellern solcher Batterien werden nach seiner Einschätzung vier bis fünf übrig bleiben.