Bosch, Baidu

Baidu und Bosch arbeiten künftig in Sachen vernetzte Mobilität in China enger zusammen. _ Bild: Bosch

„China ist mit zuletzt 28 Millionen produzierten Fahrzeugen nicht nur der größte Automobilmarkt, sondern auch bei der Entwicklung des Internets der Dinge (IoT) und Künstlicher Intelligenz (KI) vorne mit dabei“, sagte Dr. Dirk Hoheisel bei der Unterzeichnungszeremonie.

„Wir begrüßen die strategische Kooperation mit Baidu. Sie verbindet das Know-How eines High-Tech-Internetkonzerns mit unserer Expertise als weltgrößter Automobilzulieferer, um gemeinsam die Entwicklung der vernetzten Mobilität in China voranzutreiben.“

Im April stellte Baidu mit dem „Project Apollo” eine offene Plattform für die Entwicklung selbstfahrender Autos vor, die im Juli auf den Markt kommen soll. Bosch wird für das Projekt unter anderem Sensoren liefern. Zudem arbeiten beide Unternehmen an einer Lösung, die Daten der Bosch-Sensoren aus Fahrzeugen vor allem für die so wichtige Eigen-Lokalisierung von automatisiert fahrenden Fahrzeugen nutzt.

Bosch kündigte auf der Auto Shanghai an, diese Lösung noch vor Ablauf dieses Jahres gemeinsam mit Baidu sowie den weiteren Partnern Autonavi und Navinfo vorzustellen. Bosch und Baidu wollen außerdem die Erstellung eines gesetzlichen Rahmens für automatisiertes Fahren in China mit technischer Expertise unterstützen.

Gemeinsame Anstrengungen

„Um mit der Entwicklung intelligenter und autonom fahrender Autos voranzukommen, sind gemeinsame Anstrengungen aller Branchenakteure erforderlich. Künstliche Intelligenz zählt zu den Kernkompetenzen von Baidu, und Bosch ist ein führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen. Aus der Zusammenarbeit beider Unternehmen kann ein neues Ecosystem für intelligente und autonom fahrende Autos entstehen“, sagte Lu Qi, Chief Operating Officer von Baidu, der ebenfalls an der Unterzeichnungszeremonie teilnahm.

Bosch arbeitet nach eigenen Angaben seit 2011 an der Entwicklung des automatisierten Fahrens und beschäftigt heute rund 3 000 Ingenieure in diesem Bereich. In China ist eine schrittweise Umsetzung des automatisierten Fahrens geplant. Dazu gehört die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen in Kooperation mit verschiedenen Herstellern. Nach Deutschland, den USA und Japan startete Bosch kürzlich in China den vierten Erprobungsstandort für automatisiertes Fahren.

Bosch und Baidu haben zusammen ein Erprobungsfahrzeug auf Basis eines Jeep Cherokee für teilautomatisiertes Fahren auf chinesischen Autobahnen aufgebaut. Das Testauto ist mit zahlreichen Bosch-Komponenten ausgestattet. Dazu gehören unter anderem fünf Mittelbereichsradarsensoren und eine Multifunktionskamera für die Umfelderkennung sowie das Bremsregelsystem ESP und eine elektrische Servolenkung.

Wer ist Baidu:

Baidu betreibt Chinas größte Suchmaschine und ist führender Anbieter von Internetdienstleitungen im Reich der Mitte. Seit 2013 ist der Konzern in der Forschung und Entwicklung des automatisierten Fahrens aktiv und hat bereits Ende 2015 erste Tests mit automatisierten Fahrzeugen in und außerhalb der Stadt durchgeführt.

Apple und Google: Die neue Konkurrenz der Automobilriesen

  • Schon im letzten Jahr hat der US-Internetriese Google die kugeligen Prototypen seines Projektes Google Self-Driving Car vorgestell. Seit Anfang Sommer kurven einige Prototypen durch die Straßen von Mountain View, Kalifornien. - Bild: Google

    Schon im letzten Jahr hat der US-Internetriese Google die kugeligen Prototypen seines Projektes Google Self-Driving Car vorgestell. Seit Anfang Sommer kurven einige Prototypen durch die Straßen von Mountain View, Kalifornien. - Bild: Google

  • Auch der iPhone-Hersteller Apple will die Automobilindustrie offenbar aufmischen - jedenfalls halten sich die Gerüchte um ein 'iCar' hartnäckig. Unter anderem kommen immer wieder Spekulationen über eine mögliche Zusammenarbeit von Apple und BMW auf. - Bild: Designstudie, Franco Grassi

    Auch der iPhone-Hersteller Apple will die Automobilindustrie offenbar aufmischen - jedenfalls halten sich die Gerüchte um ein 'iCar' hartnäckig. Unter anderem kommen immer wieder Spekulationen über eine mögliche Zusammenarbeit von Apple und BMW auf. - Bild: Designstudie, Franco Grassi

  • Unterdessen arbeiten die Münchner zusammen mit dem chinesischen Suchmaschinen-Giganten Baidu an einem selbstfahrenden Auto, das Ende 2015 auf Chinas Straßen geschickt werden soll – allerdings zunächst als Forschungsprojekt. - Bild: BMW Group

    Unterdessen arbeiten die Münchner zusammen mit dem chinesischen Suchmaschinen-Giganten Baidu an einem selbstfahrenden Auto, das Ende 2015 auf Chinas Straßen geschickt werden soll – allerdings zunächst als Forschungsprojekt. - Bild: BMW Group

  • Keine Altlasten: Der US-Elektroautopionier Tesla hat von Beginn an auf alternativen Antrieb und starke Digitalisierung seiner Fahrzeuge gesetzt. - Bild: Tesla

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  • Der Tesla S ist mit einem 17 Zoll großen Touchscreen ausgerüstet, über den praktisch alle Funktionen des Fahrzeugs gesteuert werden. Die Funktionen reichen bis hin zu einem Internetzugang samt Internetradio. - Bild: Tesla

    Der Tesla S ist mit einem 17 Zoll großen Touchscreen ausgerüstet, über den praktisch alle Funktionen des Fahrzeugs gesteuert werden. Die Funktionen reichen bis hin zu einem Internetzugang samt Internetradio. - Bild: Tesla

  • Auch BMW setzt auf Displays und Vernetzung. - Bild: BMW Group

    Auch BMW setzt auf Displays und Vernetzung. - Bild: BMW Group

  • Die BMW i Remote App für die Smartwatch Samsung Gear S verbindet den Fahrer mit seinem Fahrzeug. Unter anderem werden die elektrische Reichweite oder der Ladezustand der Batterie am Handgelenk angezeigt. - Bild: BMW Group

    Die BMW i Remote App für die Smartwatch Samsung Gear S verbindet den Fahrer mit seinem Fahrzeug. Unter anderem werden die elektrische Reichweite oder der Ladezustand der Batterie am Handgelenk angezeigt. - Bild: BMW Group

  • Mit Hochdruck arbeiten die Automobilkonzerne neben der Digitalisierung an alternativen Antrieben. BMW setzt bei seinem i8 bislang noch auf Hybrid-Technologie. Der deutlich kleinere i3 ist ein reiner Stromer. - Bild: BMW Group

    Mit Hochdruck arbeiten die Automobilkonzerne neben der Digitalisierung an alternativen Antrieben. BMW setzt bei seinem i8 bislang noch auf Hybrid-Technologie. Der deutlich kleinere i3 ist ein reiner Stromer. - Bild: BMW Group

  • Alternative: Brennstoffzelle. Im Gegensatz zu batteriebetriebenen Autos werden Brennstoffzellenfahrzeuge mit Wasserstoff betankt und erzeugen den Strom für einen Elektromotor selbst. Unter anderem setzt Toyota mit dem 'Mirai' auf diese Technologie. - Bild: Toyota

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  • Auch bei Volkswagen wird e-Mobilität inzwischen deutlich größer geschrieben als lange Zeit. Der rein elektrisch angetriebene e-Golf ist von seinem Bruder mit Verbrennungsmotor - zumindest äußerlich - kaum zu unterscheiden. - Bild: VW

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