Bosch vernetzte Industrie

Die vernetzte Industrie wird jetzt auch international Realität. In einem neuen Projekt führt Bosch gemeinsam mit Partnern erstmals die technischen Standards der deutschen Plattform Industrie 4.0 und des Industrial Internet Consortium (IIC) zusammen. - Bild: Bosch

Wie das Unternehmen am Donnerstag bekannt gab, führt es erstmals die technischen Standards der deutschen Plattform mit dem maßgeblich von den USA bestimmten internationalen Industrial Internet Consortium (IIC) zusammen, das die weltweiten Standards für die Vernetzung von Maschinen festlegt. Damit sind industrielle Vernetzungen basierend auf dem deutschen Standard "Industrie 4.0" ein Stückchen wahrscheinlicher geworden.

Mit der Zusammenführung der beiden Standards wird ein Datenaustausch zwischen zentralen Bereichen der vernetzten Industrie möglich, wie Bosch-Geschäftsführer Werner Struth auf einer Konferenz in Berlin sagte. "Industrie 4.0 ist kein nationales, sondern ein internationales Thema. Ihren vollen Nutzen kann die vernetzte Industrie nur entfalten, wenn sie weder am Werkstor noch an nationalen Grenzen durch unterschiedliche Regelwerke gestoppt wird", so Struth.

Bislang verhindere die nicht vorhandene gemeinsame Sprache die international reibungslose Vernetzung von Fertigung, Logistik, Gebäude- und Energiemanagement. Jetzt gibt es erstmals gemeinsame Projekte, etwa im Bosch-Werk Homburg. Dort werden 200 verschiedene Versionen von Hydraulikventilen zum Einsatz in Lastkraftwagen und oder Traktoren mit Hilfe von nun kombinierbaren Vernetzungslösungen so gefertigt, dass der besonders teure Spitzenstromverbrauch vermieden wird. Durch die per Software gesteuerte, möglichst vorausschauende Steuerung der Produktion wird weniger Energie verbraucht und die in Anspruch genommene Spitzenlast um bis zu zehn Prozent gesenkt, teilte Bosch mit.