Das Geschäft mit der Basisbremse gilt als Sorgenkind, da der Markt von großem Wettbewerbs- und

Das Geschäft mit der Basisbremse gilt als Sorgenkind, da der Markt von großem Wettbewerbs- und Preisdruck gekennzeichnet ist (Bild: Bosch).

Von Eyk Henning und Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Dies erfuhr Dow Jones Newswires von einer mit der Materie vertrauten Person. Anfang März waren Verhandlungen mit dem japanischen Bremsenspezialisten Akebono im Sande verlaufen. Potenzielle Käuferkandidaten sollen in Kürze angesprochen werden.

Mit dem Basisbremsengeschäft, das Produkte wie Bremssättel sowie Scheiben- und Trommelbremsen umfasst, setzte die Robert Bosch GmbH knapp 1 Mrd Euro um, sagte die mit der Situation vertraute Person. Von Investmentbankern war in einer ersten Einschätzung zu hören, dass die Sparte bei einer geschätzten EBITDA-Marge von etwas mehr als 4% einen Verkaufspreis von 400 Mio bis 500 Mio Euro realistisch erscheinen lasse.

Bosch lässt sich laut dem Insider bei der Transaktion von der australischen Bank Macquarie beraten. Eine Sprecherin des Finanzhauses wollte dies nicht kommentieren. Ein Bosch-Sprecher sagte, das Unternehmen kommentiere Marktgerüchte grundsätzlich nicht. Auch zur wirtschaflichen Situation des Geschäftes wollte sich das Traditionsunternehmen nicht äußern. Bosch beschäftigt in dem zum Verkauf stehenden Bereich an 24 Standorten in 17 Ländern etwa 5.100 Mitarbeiter.

Die Stuttgarter hatten im Frühjahr 2009 für den Bereich “Chassis Systems Brakes”, zu dem auch das Basisbremsengeschäft gehört, eine neue Aufstellung angekündigt. Im Herbst des Jahres wurde dann das nordamerikanische Geschäft an Akebono verkauft, das schwer vom Einbruch des US-Marktes für Geländewagen und leichte Nutzfahrzeuge gebeutelt worden war. Unberührt von der Transaktion blieben dagegen technologisch anspruchsvollere Geschäfte wie beispielsweise Lösungen für die Bremskraftverstärkung und ESP- sowie ABS-Systeme.

Auch für die Basisbremsen-Aktivitäten außerhalb der USA prüft Bosch seither strategische Optionen. Ende 2010 nahmen Akebono und Bosch Gespräche über den Verkauf der entsprechenden Geschäfte in Europa, Asien, Australien und Lateinamerika auf. Nach Abschluss der Buchprüfung sagte Akebono den Schwaben Anfang März aber ab. Die Begründung: Im Zuge der Due Dilligence hätten sich einige Aspekte ergeben, die nicht in die zukünftige Geschäftsstrategie passten.

Das Geschäft mit der Basisbremse gilt in Stuttgart als Sorgenkind, da der Markt von großem Wettbewerbs- und Preisdruck gekennzeichnet ist. Neben Bosch sind auch Continental und der US-Zulieferer TRW in diesem Bereich aktiv.