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Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. - Bild: Bosch

„Ich setze mich für einen Standort in Europa ein“, sagte Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch gegenüber der 'WirtschaftsWoche'. Erst vor wenigen Tagen hatte Bosch angekündigt, auf eine neue Batterietechnologie für Elektroautos setzen zu wollen.

Die sogenannte Festkörper-Technologie, die mit der Übernahme des kalifornischen Start-up Seeo von Bosch eingekauft wurde, soll bei halbem Gewicht und einem Viertel des Platzbedarfs die Reichweite von Elektroautos mehr als verdoppeln. Die neue Technik eröffne Europa die Chance, wieder in die Batteriefertigung einzusteigen, sagte Denner der 'WirtschaftsWoche'.

 

Innovationssprung im Aufbau der Batteriezelle

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Festkörper-Technologie: Die neuen Batterien haben laut Bosch eine deutlich höhere Speicherfähigkeit. - Bild: Bosch

Zulieferer und Hersteller forschen seit Jahren an leistungsstärkeren Batterien. Zellen sind dabei ein wichtiger Baustein. Denn die Batterie eines Elektroautos besteht aus vielen Zellen, die zusammengeschaltet sind. Zellen sind damit ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung. Die Leistung eines Energiespeichers lässt sich mit verschiedenen Methoden verbessern. Beispielsweise spielt in der Zellchemie das Material der Plus- und Minuspole (Kathode und Anode) eine große Rolle.

Bei aktuellen Lithium-Ionen-Batterien ist die Energiedichte unter anderem dadurch limitiert, dass die Anode zu großen Teilen aus Graphit besteht. Durch die Festkörper-Technologie kann Bosch die Anode aus reinem Lithium fertigen, was die Speicherfähigkeit deutlich erhöht. Die neuen Zellen kommen zudem ohne Flüssigelektrolyt aus und sind somit nicht brennbar.

"Die reine Lithium-Anode ist ein großer Innovationssprung im Aufbau der Batteriezelle", sagt Denner.