Die britische Regierung will dem Verkauf des RWE-Tochterunternehmens Dea nicht genehmigen.

Die britische Regierung will dem Verkauf des RWE-Tochterunternehmens Dea nicht genehmigen. Sanktionen gegen Russland seien der Grund für das Ausbleiben der Genehmigung. - Bild: RWE

RWE will diese an Letter One um den russischen Milliardär Michail Fridman abgeben. Die britische Regierung befürchtet, dass Fridman das Ziel von Sanktionen werden könnte, was einen Weiterbetrieb der Gas-Förderfelder verhindern könnte.

Der britische Energieminister Ed Davey teilte in einem Statement mit, sollte RWE den Deal im Volumen 5 Milliarden Euro an Letter One dennoch vollziehen, könnte er die Unternehmen “dazu veranlassen”, die 12 britischen Förderfelder, die rund 20 Prozent des Verkaufs ausmachen, an einen dritten Investor abzugeben. Die britische Regierung ist besorgt, das mögliche Sanktionen zu einem Schließen der Förderanlagen führen könnten.

Das Statement von Davey geht über die bereits vorgetragenen Sorgen der Regierung in London hinaus. Bislang war diese lediglich nicht bereit einen sogenannten “Letter of Comfort” für den Verkauf auszustellen.

Das Wall Street Journal hatte am Freitag berichtet, das Letter One und RWE den Deal am kommenden Montag abschließen wollen, mit oder ohne Zustimmung der Regierung in London. Der Dea-Verkauf hat bislang alle notwendigen Genehmigungen aus Norwegen, Deutschland und Dänemark sowie Lizenzen in Ländern wie Algerien, Turkmenistan und Guyana erhalten.

Letter One wollte sich dazu nicht äußern. Eine RWE-Sprecherin teilte mit, man rechne weiterhin mit einem Abschluss des Verkaufs Anfang März.

RWE hatte bereits im Januar angekündigt, den Dea-Verkauf Anfang März abschließen zu wollen. Der Konzern hatte damals eine endgültige Einigung mit Letter One über die Transaktion erzielt und spezielle Vereinbarungen getroffen, um die Sorgen der britischen Regierung auszuräumen.

Britische Regierung fürchtet Folgen aus Sanktionen

Großbritannien fürchtet nach Worten von RWE-Chef Peter Terium, dass die Dea-Förderfelder in der Nordsee nicht betrieben werden können, falls die Käufer wie andere russische Geschäftsleute mit Sanktionen belegt werden. RWE verpflichtete sich deshalb dazu, das britische Dea-Geschäft innerhalb des ersten Jahres zurückzukaufen, falls die Letter-One-Gruppe um Fridman mit Sanktionen belegt wird. Den Wert des britischen Dea-Geschäfts bezifferte RWE mit 1 Milliarde Euro.

Nach Aussage einer mit dem Vorgang vertrauten Person soll der frühere BP-Chef John Browne die Leitung der Energiesparte L1 von Letter One übernehmen, wo die von Dea übernommen Assets eingeliedert werden sollen. Eine weitere Person teilte mit, dass Brown zudem von seinem derzeitigen Posten beim britischen Schiefergas-Konzern Cuadrilla Resources zurücktreten will.

Browne gehört bereits dem Beirat von L1 an. Mitglieder dieses Gremiums sind auch der Chef der BG Group, Andrew Gould, sowie der frühere CEO von Anadarko Petroleum, James Hackett.

Die Blockadehaltung der britischen Regierung ist nicht nur ein Rückschlag für Fridman, sondern auch für den deutschen RWE-Konzern, der mit dem Dea-Verkauf einen Teil seiner Schulden von insgesamt 31 Milliarden Euro abbauen will. Der Deal war bereits im vergangenen März angekündigt worden.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke