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Die britische Wirtschaft hat sich im vierten Quartal 2016 trotz des beschlossenen EU-Ausstiegs gut geschlagen. - Pixabay

Volkswirte hatten nur ein Plus von 0,5 Prozent erwartet. Im Jahresvergleich lag das BIP um 2,2 Prozent höher. Auch diese Rate übertraf die Konsensschätzung von 2,1 Prozent.

Die Wirtschaft hat damit ihre Dynamik aufrechterhalten: Auch in den beiden Vorquartalen war sie mit einer Rate von jeweils 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen.

Im vierten Quartal wurde das Wachstum von den Dienstleistern angeschoben, die den wichtigsten Wirtschaftszweig auf der Insel darstellen. Auch von konsumorientierten Industrien wie dem Einzelhandel und dem Tourismus kamen starke Wachstumsbeiträge. Die Baubranche und die Industrie lieferten hingegen nur kleine Wachstumsimpluse.

Sorgen vor Abschwächung im Jahr 2017

Für das Gesamtjahr 2016 schätzen die Statistiker das Wachstum auf 2,0 Prozent. Im Jahr 2015 war das BIP um 2,2 Prozent und 2014 um 3,1 Prozent gewachsen. Viele Ökonomen warnen jedoch vor einer Wachstumsabschwächung im Jahr 2017, weil die steigende Inflation den Konsum zunehmend belasten könnte.

Die jährliche Inflationsrate betrug 1,6 Prozent im Dezember, die höchste Rate seit über zwei Jahren. Die Bank of England rechnet damit, dass es 2017 zu einem Überschießen ihres Inflationsziels von 2 Prozent kommen wird.

Im Dezember sanken die Umsätze im Einzelhandel mit der stärksten Rate seit fast fünf Jahren. Experten sahen darin ein erstes Zeichen, dass die Verbraucher angesichts der steigenden Preise sparsamer agieren.

Die Briten hatten sich in einer historischen Abstimmung am 23. Juni 2016 mit knapper Mehrheit für den Ausstieg aus der EU ausgesprochen. Bis Ende März 2017 will Premierministerin Theresa May formal den Austrittsprozess nach Artikel 50 des EU-Vertrages einleiten. Großbritannien könnte dann im Frühjahr 2019 aus der EU ausscheiden.