Kuka Roboter

Das Bundeswirtschaftsminiterium hatte in den vergangenen Tagen zahlreiche Unternehmen gefragt, ob diese sich an einer Allianz zur "Rettung von Kuka" beteiligen würden. - Bild: Kuka

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) möchte laut Süddeutscher Zeitung dazu eine Allianz deutscher oder europäischer Unternehmen schmieden, die anstelle der Chinesen das Vorzeige-Unternehmen kaufen soll. Er habe dazu auch deutsche Autohersteller um Hilfe gebeten, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Regierungs- und Industriekreise.

Gabriel und sein Ministerium hätten in den vergangenen Tagen zahlreiche Unternehmen gefragt, ob diese sich an einer Allianz zur "Rettung von Kuka" beteiligen würden. Berlin wolle ein Konsortium mit klarer Führung bilden, das für Kuka biete und - sollten die Aktionäre des Roboterbauers zustimmen - am Ende den chinesischen Midea-Konzern ausstechen könne.

Allianz gegen Chinesen

Unklar sei allerdings, wer die Führung in einem solchen Konsortium übernehmen könnte. Siemens habe abgewunken und deutsche Autohersteller zögerten, weil sie einen immer größeren Teil ihrer Autos in China absetzten und sich ungern politischen Ärger in der Volksrepublik einfangen wollten. Als Kandidat wird laut Zeitung auch der Schweizer ABB-Konzern genannt, der ebenfalls Roboter herstellt.

Beim Bundeswirtschaftsministerium und bei ABB war zunächst niemand für einen Kommentar zu erreichen. Ein Siemens-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.

Kuka ist einer der führenden Roboterproduzenten der Welt und spielt eine zentrale Rolle bei der Digitalisierung der deutschen Industrie, die von Kanzlerin Angela Merkel und Gabriel unter dem Motto Industrie 4.0 vorangetrieben wird. Sollte Kuka an Chinesen verkauft werden, bestehe die Gefahr, dass auch die Technologie deutscher Autoproduzenten nach China abfließe, heißt es in Industriekreisen. Die Autohersteller überlassen Kuka, wenn sie Maschinen bestellen, wichtige Informationen über ihre Produktionsprozesse und Modelle.