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Der deutsche Mittelstand erwartet für 2017 gute Geschäfte. - Bild: Pixabay

"Das Wachstum wird 2017 aber weniger dynamisch ausfallen als in den Vorjahren", prognostiziert BVMW-Präsident Mario Ohoven. Ihre momentane Geschäftslage schätzen 66 Prozent der Klein- und Mittelbetriebe als gut und besser ein und damit 3 Prozentpunkte mehr als 2015. Rund 39 Prozent erwarten noch höhere Umsätze in den kommenden zwölf Monaten.

"Der Mittelstand geht mit gemischten Gefühlen ins neue Jahr", sagte Ohoven bei einer Pressekonferenz in Berlin. Zwar sei eine große Mehrheit bei der Erhebung, für die vom 12. bis 27. Dezember rund 2.800 Unternehmerinnen und Unternehmer befragt wurden, optimistisch für die eigene Geschäftslage, jedoch gebe es ein ungünstigeres Investitionsklima.

"Sorgen bereitet dem Mittelstand der Brexit", sagte Ohoven. Die Hälfte rechne mit negativen Folgen. Der BVMW-Präsident fürchtet zudem um die Existenz der EU, sollte Italien in Finanzschwierigkeiten geraten und in Frankreich Marine Le Pen die Wahl gewinnen. Knapp 60 Prozent der Befragten warnt außerdem vor schädlichen Auswirkungen für den Freihandel und das deutsch-amerikanische Verhältnis, sollte Donald Trump als US-Präsident seine protektionistischen Pläne umsetzen.

"Die neue Bundesregierung muss investitionsfreundlichere Rahmenbedingungen schaffen", verlangte Ohoven. Dazu zählten ein Wagniskapitalgesetz, eine steuerliche Forschungsförderung und die vollständige Abschaffung der Erbschaftsteuer.

Nach der Bundestagswahl bevorzugen 46 Prozent der befragten Mittelständler eine schwarz-gelbe Koalition und 13 Prozent ein "Jamaika"-Bündnis aus Union, Grünen und FDP. Eine Fortsetzung der großen Koalition wollen hingegen nur 12 Prozent. "Offenbar haben die Mittelständler kein Vertrauen mehr in die Reform- und Innovationskraft der Bundesregierung", konstatierte Ohoven.