Mit dem Riesen-Mini will BMW das Wachstum der Marke sichern, wenngleich diese künftig nur noch

Mit dem Riesen-Mini will BMW das Wachstum der Marke sichern, wenngleich diese künftig nur noch fünf statt acht Modelle anbieten wird. - Bild: Mini

BMWs Tochtermarke Mini soll größer werden: Der Münchener Autokonzern positioniert Mini mit der künftigen Ausgabe des Modells Clubman zum ersten Mal nicht mehr nur in der Kleinwagen-, sondern auch in der höheren Kompaktklasse.

Mit dem Riesen-Mini will BMW das Wachstum der Marke sichern, wenngleich diese künftig nur noch fünf statt acht Modelle anbieten wird.

Der mehr als vier Meter lange Clubman trete in dem am schnellsten wachsenden Marktsegment an, sagte der für Mini zuständige BMW-Vorstand Peter Schwarzenbauer bei der Vorstellung des Modells am Mittwoch in Berlin. Im Jahr 2020 werde mehr als jedes vierte verkaufte Premiumauto ein Kompaktwagen sein.

Mini wächst derzeit aber auch im angestammten Kleinwagensegment schnell

Vor dem Hintergrund stellte Schwarzenbauer in Aussicht, mit der Marke in diesem Jahr einen neuen Absatzrekord aufzustellen. Seit Jahresbeginn hat Mini laut Schwarzenbauer rund 163.000 Fahrzeuge verkauft. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres steigerte die Marke den Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 26 Prozent. Damit war rund jedes siebte von BMW ausgelieferte Auto ein Mini.

BMW hat die Mini-Angebotspalette seit dem Jahr 2001 auf zuletzt acht Modelle ausgebaut. Künftig werde sich Mini auf fünf Modelle konzentrieren, sagte Schwarzenbauer und bestätigte damit frühere Aussagen. Im vergangenen Jahr hatte die Marke neue Ausgaben des drei- und des fünftürigen Kernmodells vorgestellt. Vor allem diese Fahrzeuge trugen in den vergangenen Monaten zum Wachstum von Mini bei. Im vergangenen Jahr war die Auslieferungszahl der Marke angesichts des damaligen Modellwechsels dagegen leicht um 0,9 Prozent auf 302.183 geschrumpft.

Verkleinerung der Modellpalette

Mit der Verkleinerung der Modellpalette dürften bei Mini die Roadster- und Coupé-Varianten sowie das SUV-Modell Paceman wegfallen. BMW erhofft sich damit offenkundig, die Komplexität bei der Tochtermarke zu verringern und damit deren Marge zu steigern. Für Gewinnwachstum bei der Marke könnte zudem sorgen, dass sich Mini-Kunden nach den Worten von Schwarzenbauer immer öfter für besonders teure Modelle entscheiden. Etwa der Anteil der besonders PS-starken John-Cooper-Works-Modelle werde sich in den nächsten Jahren auf rund fünf Prozent verdoppeln, sagte Schwarzenbauer voraus. Mini soll darüber hinaus zunehmend von Synergien mit BMW profitieren: Beide Marken nutzen immer öfter eine gemeinsame Frontantriebsarchitektur. Wie etwa im BMW-Modell 2er Active Tourer wird diese im neuen Clubman zum Einsatz kommen.

Künftig wollen die Mini-Verantwortlichen ihre Kunden auch durch ein neuartiges Car-Sharing-Angebot überzeugen. Mini-Käufer könnten ihr Fahrzeug vom nächsten Jahr an fremden Nutzern zur Verfügung stellen, sagte Schwarzenbauer am Mittwoch: Wer die zunächst in den USA erhältliche Car-Sharing-Ausstattung bestelle, habe die Möglichkeit, seinen Mini zum Teil des Drive-Now-Fuhrparks zu machen. Drive Now nennt BMW sein in einigen Großstädten betriebenes Car-Sharing-Angebot.

Schwarzenbauer stellte in Berlin zudem einen neuen Markenauftritt von Mini vor. Das neue, vereinfachte Mini-Logo sei wie die Fahrzeuge der Marke geprägt von einem “emotionalen, aber klaren Design”, sagte er. Mit den Veränderungen beginne für Mini ein “neues Kapitel”, fügte Schwarzenbauer hinzu. In dem neuen Abschnitt könnte Mini auch ein elektrisch angetriebenes Auto vorstellen: Die Ingenieure der Marke arbeiteten sowohl an einem Plug-In-Hybrid-Modell als auch an einem rein elektrisch betriebenen Auto, berichtete Schwarzenbauer.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht