Der Medizintechnikhersteller Carl Zeiss Meditec kommt seiner lange geplanten Akquisition näher. Für einen Zukauf im laufenden Geschäftsjahr (per 30. September) gebe es eine “hohe Wahrscheinlichkeit”, sagte Finanzvorstand Christian Müller am Freitag im Interview mit Dow Jones Newswires.


Von Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires

MÜNCHEN (Dow Jones/ks)–Allerdings bleibe ein “Unsicherheitsfaktor”, fügte er hinzu. Der TecDAX-Konzern sehe sich weiterhin nach Technologieunternehmen mit einem Wert von 20 Mio bis 30 Mio Euro um. Für Zukäufe stehen Carl Zeiss Meditec rund 150 Mio Euro zur Verfügung.

Am Morgen hatte das Unternehmen mit Sitz in Jena ein Umsatzplus von 18,6% auf 185,2 Mio Euro im Auftaktquartal berichtet und für das Geschäftsjahr ein Erlöszuwachs von 6,5% bis 10,9% auf 720 Mio bis 750 Mio Euro in Aussicht gestellt. Das deutliche Umsatzplus profitierte dabei zum Jahresauftakt von positiven Währungseffekten, ohne die der Umsatz nur um 12,3% gewachsen wäre. “Wir hatten Rückenwind durch Währungseffekte”, sagte Vorstandsvorsitzender Ludwin Monz im Interview.

Positive Währungseinflüsse preist Carl Zeiss Meditec auch in der neuen Prognose ein, allerdings würden sie geringer als zum Jahresauftakt ausfallen, wie der Finanzvorstand erklärte. Vor allem ein schwacher Dollar und ein schwacher Yen im Vorjahresquartal hätten sich positiv auf den Quartalsvergleich ausgewirkt.

Dank des starken Umsatzwachstums konnte auch die Profitabilität des Herstellers von Implantaten und Verbrauchsgütern zur Behandlung von Augenkrankheiten und Geräten der Strahlentherapie zulegen. Die EBIT-Marge erreichte 13%, ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahresquartal. Bis zum Jahr 2015 soll die EBIT-Marge auf 15% gebracht werden. Der starke Anstieg der Profitabilität zum Jahresauftakt sei aber “noch kein Indikator, dass wir dieses Ziel früher erreichen”, warnte Vorstandsvorsitzender Monz.