Thyssenkrupp

Cevian hält Thyssenkrupp in einem Interview mit dem "Manager Magazin" noch nicht für wettbewerbsfähig. - Bild: Thyssenkrupp

Thyssenkrupp, wo Cevian laut Förberg den "Anteil auf knapp unter 20 Prozent erhöht" hat, hält der Investor in einem Interview mit dem "Manager Magazin" noch nicht für wettbewerbsfähig.

"Es ist für jeden klar, dass es noch ordentlich Mühe und Gestaltungswillen kosten wird, ehe das Unternehmen wirklich wettbewerbsfähig ist und erfolgreich dasteht." Dazu setzt Förberg Konzernchef Heinrich Hiesinger und dessen Spartenchefs unter Druck: "Jede Sparte muss mindestens so gut sein wie der beste Wettbewerber", sagte Förberg. Allerdings konzedierte er auch, dass "sich die Dinge in die richtige Richtung" bewegten.

"Bilfinger schlechtestes Investment aller Zeiten"

Den Industriedienstleister Bilfinger bezeichnete der 50-jährige Schwede als "zurzeit unser schlechtestes Investment aller Zeiten". Cevian ist dort mit 26 Prozent größter Aktionär. Es werde, so Förberg, "eine Zeit lang dauern, bis die Anleger wieder Vertrauen in Bilfinger und seine Führung fassen". Bilfinger hatte jüngst nach einem starken Kursverfall seine Kernsparte Immobilienservices verkauft.

Grundsätzlich kritisierte Förberg die Qualität deutscher Aufsichtsräte: "In den Aufsichtsräten treffen wir häufig Menschen, denen es an Engagement fehlt", sagte Förberg.

Großinvestor Cevian mischt aktiv mit

14 Milliarden Euro hat die schwedische Investment-Gesellschaft Cevian in ein Dutzend Firmen investiert. Darunter sind Banken, Versicherungen, aber auch Dienstleister und Bergbauunternehmen. Cevian wurde 2002 von den Finanzexperten Christer Gardell and Lars Förberg gegründet und hat Büros in Stockholm, in Pfäffikon (Schweiz) und in London. Die Cevian-Strategen lassen sich nur ungern in die Karten schauen. Sie verraten nur, dass sie sich in Gesellschaften einkaufen, die von den Märkten "missverstanden" oder "übersehen" werden und noch bedeutende Wertsteigerungen durch Verbesserung des Managements erlauben. Etwa 30 Spezialisten sind damit beschäftigt, neue Ziele für Cevian zu finden. Quelle: Süddeutsche Zeitung