BASF und der Konkurrent Lanxess haben sich durch Alternativen und vorgezogene Transporte auf den

BASF und der Konkurrent Lanxess haben sich durch Alternativen und vorgezogene Transporte auf den Lokführerstreik vorbereitet (Bild: BASF).

BERLIN (Dow Jones/ks)–Der Chemieriese BASF wickelt 25% seines Güterverkehrs am Standort Ludwigshafen über die Schiene ab. “Wo immer möglich haben wir bereits Transportaufträge in Richtung unserer Kunden vorgezogen”, erklärte ein Sprecher. Zur werksinternen Versorgung seien zudem Lagerbestände aufgebaut worden. Zudem bestehe in begrenztem Umfang die Möglichkeit auf andere Verkehrsmittel auszuweichen.

Der heimische Wettbewerber Lanxess steht wegen der Streikmaßnahmen im engen Kontakt mit der Deutschen Bahn und anderen Logistikdienstleistern und hat sich ebenfalls auf alternative Transportmöglichkeiten vorbereitet. Der Pharmakonzern Bayer bezeichnete es als zu früh, um Arbeitsniederlegungen der Lokführer zu kommentieren. Sollte es nötig werden, wollen die Leverkusener alternative Transportmöglichkeiten in Betracht ziehen.

Weitere Unternehmen wollten keine Stellung nehmen, weil ihnen unmittelbar detaillierte Informationen fehlten.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ihre Mitglieder zum bundesweiten Arbeitskampf aufgerufen und damit für Unverständnis auf Seiten der Deutschen Bahn (DB) gesorgt. Von 20 Uhr am Mittwochabend an werde der Güterverkehr bestreikt, teilte die Gewerkschaft am Mittwoch mit. Ab 4 Uhr am Donnerstagmorgen sollen zudem die Personenzüge stillstehen. Ein Ende der Streiks ist dann für 10 Uhr geplant.

Am Montag hatten sich die Mitglieder der GDL in einer Urabstimmung mehrheitlich für weitere Streiks ausgesprochen. Über 92% der GDL-Mitglieder bei der Deutschen Bahn und 96% der Mitglieder bei den Privatbahnen hatten für Arbeitskampfmaßnahmen votiert.

Nach Ansicht von DB-Personalvorstand Ulrich Weber nimmt der Arbeitskampf der GDL immer absurdere Züge an. “Das versteht kein Mensch mehr”, sagte er. “Die GDL will Druck auf die Wettbewerber der DB im Personenverkehr ausüben und bestreikt dafür den Schienengüterverkehr der Deutschen Bahn”, echauffierte sich der Manager.

Statt endlich weiter zu verhandeln, verweigere sich die Gewerkschaft seit Wochen und setze auf Eskalationskurs. Die Beeinträchtigungen für die DB-Kunden, das Unternehmen und die Wirtschaft bezeichnete Weber als verantwortungslos und forderte die GDL auf, unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Etwas gelassener gab sich Karl-Friedrich Rausch, Vorstand Transport und Logistik der Bahn-Tochter DB Mobility Logistics AG. Seiner Ansicht nach ist die Deutsche Bahn auf die sehr kurzfristig angekündigten Streiks der GDL im Schienengüterverkehr vorbereitet. “Wir werden die Auswirkungen für die Kunden so gering wie möglich halten und vor allem die Versorgung von Kraftwerken, Hochöfen und anderen zentralen Industrien gewährleisten”, versprach er. Zwar könne es zu Verspätungen und auch Zugausfällen kommen, ein Stillstand werde es jedoch nicht geben.

Neben der Deutschen Bahn sind die Privatbahnbetreiber Abellio GmbH, Arriva Deutschland GmbH, BeNEX GmbH, Keolis Deutschland GmbH & Co. KG, Veolia Verkehr GmbH und Hessische Landesbahnen.