MÜNCHEN (ba). Das teilten der Verein der Bayerischen Chemischen Industrie e. V. (VBCI) und der Verband der Chemischen Industrie e. V., Landesverband Bayern, am Rande ihrer gemeinsamen Mitgliederversammlung in München mit.

Im Jahr 2010 verzeichnete die Chemiebranche in Bayern einen Gesamtumsatz von rund 15 Mrd Euro und damit ein Plus von 20% gegenüber dem Vorjahr. Allerdings müssen sämtliche prozentuale Steigerungsraten unter dem Aspekt des Krisenjahres 2009 bewertet werden. Der Auslandsumsatz legte um 24% zu, der Umsatz im Inland erhöhte sich um 18%. Aufgrund der guten Auslastung konnte die Produktionsmenge im Jahr 2010 um gut 18% gesteigert werden. Die positive Entwicklung setzt sich auch in diesem Jahr weiter fort, allerdings mit etwas geringerer Dynamik. So erreichte die Produktion im ersten Quartal 2011 immerhin ein Plus von 10% gegenüber dem ersten Quartal 2010. „Wir erwarten, dass die Geschäfte auch im zweiten Halbjahr gut laufen werden. Allerdings gibt es nach wie vor Risiken wie die hohen Rohstoffpreise oder die Volatilität der Märkte“, so der Vorstand der bayerischen Chemieindustrie.

Sorge bereitet der Chemiebranche auch der vor kurzem von der Bundesregierung beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie bis zum Jahr 2022. „Ein komplexes Vorhaben wie die Energiewende auf die Schnelle umzusetzen, birgt gravierende Gefahren für eine so energieintensive Industrie wie die unsere. Alleine in Bayern haben wir einen Anteil von 12 bis 14% am gesamten Energieverbrauch. Kann die Versorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit von Energie nicht gewährleistet werden, droht die schleichende Abwanderung von Unternehmen und letztlich der Abbau von Arbeitsplätzen“, warnt der Vorstand. Um den Chemiestandort Bayern langfristig zu sichern, fordert die Bayerische Chemieindustrie die Politik auf, entsprechende staatliche Rahmenbedingungen, wie die Sicherung einer kostengünstigen Energieversorgung oder die Gewährleistung einer nachhaltigen Rohstoffbasis, zu schaffen.