Chemie

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In der deutschen Chemieindustrie läuft das Geschäft wieder auf vollen Touren.

Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones

FRANKFURT (ks)–Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hat daher am Donnerstag nach einem überraschend starken zweiten Quartal die Jahresprognosen erhöht. Die Branche erwarte nun im Gesamtjahr 2010 einen Anstieg der Chemieproduktion um rund 11% und bei weiter anziehenden Preisen eine Zunahme des Umsatzes um 18%, kündigte der Verband am Donnerstag an. Bisher hatte der VCI einen Anstieg der Chemieproduktion um 8,5% und ein Umsatzzuwachs von 10% in Aussicht gestellt.

“Wir haben die Folgen der Wirtschaftskrise jetzt nahezu überwunden”, sagte VCI-Präsident Ulrich Lehner. Motor des Wachstums im zweiten Quartal sei die starke Nachfrage aus dem Ausland gewesen, hieß es. Auch im Inland sei das Geschäft mit industriellen Kunden gut verlaufen. Die Kapazitätsauslastung der Anlagen hat den Angaben zufolge fast wieder das für die Branche übliche Niveau erreicht. Sie liege inzwischen bei 85,6%, hieß es.

Auch für die kommenden Monate sagte der Verband weiteres Wachstum voraus, es werde aber langsamer aufwärts gehen. Die Unternehmen stellten sich nun wieder auf “normale” Wachstumsraten ein, erklärte der Verband. “Die Geschwindigkeit, mit der die Branche wächst, hat inzwischen nachgelassen”, sagte Lehner. “Das war aber zu erwarten, da die Chemie als Lieferant von Vorprodukten für viele andere Industriezweige von einer wirtschaftlichen Erholung frühzeitig profitiert” erläuterte der Verbandspräsident.

Wie der VCI weiter mitteilte, stieg die Chemieproduktion im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich um 14,2%, im Quartalsvergleich kam noch ein Plus von 1,5% heraus. Getragen wurde der Produktionsanstieg vor allem von organischen Grundstoffen und Spezialchemikalien. Auch die übrigen Sparten hätten sich positiv entwickelt. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um 22,7% auf rund 41,6 Mrd EUR zu. Gegenüber dem ersten Quartal war noch eine Zunahme um 5,2% zu verzeichnen. Im Inland kletterte der Umsatz im Quartalsvergleich noch um 3,2%, der Auslandsumsatz legte mit einem Plus von 6,3% noch deutlicher zu. Die Erzeugerpreise kletterten im Jahresvergleich im zweiten Quartal um 3,4% und im Quartalsvergleich um 1,8%.