Die Chemieindustrie hebt ihre Prognosen für das Gesamtjahr an (Bild: BASF).

Die Chemieindustrie hebt ihre Prognosen für das Gesamtjahr an (Bild: BASF).

FRANKFURT (Dow Jones/mn)–Wegen des unerwartet starken Jahresanfangs hat der Verband der Chemischen Industrie (VCI) jedoch die Jahresprognose für die Branche angehoben. Der VCI rechnet nun im Gesamtjahr mit einem Anstieg der Chemieproduktion um 8,5% und einem Umsatzzuwachs von 10%. Bisher waren für 2010 ein Anstieg der Chemieproduktion um rund 5% und eine Zunahme des Branchenumsatzes um 6% in Aussicht gestellt worden.

“Der Aufwärtstrend in der Chemie hat sich in den ersten Monaten des Jahres fortgesetzt. In den kommenden Monaten erwarten wir allerdings keinen wesentlichen Zuwachs”, erklärte Verbandspräsident Ulrich Lehner am Montag. Das Risiko, dass die wirtschaftliche Erholung im wichtigsten Exportmarkt EU einen Rückschlag erleide, habe durch die Griechenland-Krise zugenommen, sagte Lehner weiter.

Im ersten Quartal hätten Produktion, Preise und Umsatz ihren Aufwärtstrend nahezu ungebremst fortgesetzt, erklärte der Verband. Während in den vorherigen Monaten die Nachfrage aus dem Ausland die Zugmaschine für die Erholung der Branche gewesen sei, habe zu Beginn des Jahres das Inlandsgeschäft die Wachstumsimpulse geliefert, hieß es.

Wie dem aktuellen Bericht des Verbandes zur wirtschaftlichen Lage der Branche zu entnehmen ist, kletterte die Chemieproduktion im ersten Quartal im Vergleich zum schwachen Vorjahreszeitraum um 14,9%, verglichen mit dem vierten Quartal 2009 lag der Zuwachs noch bei 1,9%.

Der Branchenumsatz legte zwischen Januar und März um 16% gegenüber dem Vorjahresquartal auf 38,5 Mrd Euro zu. Verglichen mit dem vierten Quartal 2009 erhöhten sich die Erlöse noch um 3%. Der Inlandsumsatz stieg im Jahresvergleich um 14% auf 16,3 Mrd Euro, im Quartalsvergleich war noch ein Zuwachs von 7% zu verzeichnen. Die Erlöse mit ausländischen Kunden kelterten im Jahresvergleich um 16,5% auf 22,2 Mrd Euro, im Quartalsvergleich erhöhten sie sich nur noch um 0,5%.

Die Stabilisierung der Chemiekonjunktur hat den Angaben zufolge auch den Beschäftigungsrückgang gestoppt. Gegenüber dem Vorquartal blieb die Zahl der in der chemischen Industrie Beschäftigten mit 410.700 im Quartal unverändert, im Vergleich zum Vorjahr ging die Mitarbeiterzahl um 1,9% zurück.