Für den Kunden Chery Jaguar Land Rover Automotive hat Dürr einen Ressourcen schonenden

Für den Kunden Chery Jaguar Land Rover Automotive hat Dürr einen Ressourcen schonenden Eco+Paintshop am chinesischen Standort Changshu realisiert. - Bild: Dürr

Für den Kunden Chery Jaguar Land Rover Automotive – kurz CJLR – hat Dürr einen Ressourcen schonenden Eco+Paintshop am chinesischen Standort Changshu realisiert.

Gemeinsam mit seinem Joint-Venture Partner Chery hat JLR sein erstes Werk in China gebaut. Die Anlage ist für eine jährliche Produktionskapazität von 130.000 Fahrzeugen ausgelegt.

Dürr als Generalunternehmer hat die komplette Lackiererei einschließlich der Applikationstechnik geliefert. Dabei kommt der Gedanke der Nachhaltigkeit bereits im Grundlackbereich zum Ausdruck. In Vorbehandlung und KTL wird das Rotationstauchverfahren Ecopaint RoDip eingesetzt.

Durch die komplette Drehung der Karosse im Becken benötigt RoDip keine Ein- und Auslaufschrägen. Dadurch verkürzen sich die Becken um bis zu sechs Meter. Dieses kleinere Volumen der Tauchbecken reduziert den Bedarf an Wasser und Chemikalien und folglich auch den Energieverbrauch zur Badkonditionierung.

RoDip senkt aber nicht nur die Stückkosten, sondern bietet gleichzeitig den bestmöglichen Korrosionsschutz durch einen optimierten Prozess des Eintauchens, Flutens und Abtropfens.

“Der Eco+Paintshop für CJLR verbindet Effizienz und sparsamen Ressourceneinsatz in der Produktion. Wir sehen in China ein wachsendes Interesse an nachhaltigen Produktionstechnologien”, sagt Ralf W. Dieter, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG.

Die Automatisierung beginnt bereits beim Spritzen der Dämmmatten, bei der Innenabdichtung und beim Unterbodenschutz. Je zwei Dürr-Roboter pro Station verrichten hier ihren Dienst. Anschließend wird der Innenraum der Karosserien durch ein EcoBlow-Off-System entstaubt. Hierbei blasen horizontal und vertikal angeordnete Hochdruckdüsen große Luftmengen mit hoher Luftgeschwindigkeit in und auf die Karosserie und lösen Staub und Schmutz. Danach entfernt die Reinigungsanlage EcoClean den außen liegenden Staub mittels Federwalzen von der Karosserie.

Die Füller- und Basislackierung der Außenhaut wird voll automatisiert mit insgesamt 16 EcoRP L033 realisiert. In beiden Fällen kommt der bewährte EcoBell3 Glockenteller mit Außenaufladung zum Einsatz. Der Klarlack wird ebenfalls von zehn EcoRP L033 aufgetragen, jedoch mit Direktaufladung. Die vollautomatisierte Außenlackierung ist eine wesentliche Erleichterung im Hinblick auf die vom Kunden gewünschte zweifarbige Lackierung seiner Karossen.

CJLR setzt wie viele andere Automobilhersteller auf den Einsatz des EcoDryScrubbers. Diese Trockenabscheidung des Lacknebels verzichtet komplett auf Wasser und Chemikalien. Dadurch kann die Lackierkabine mit bis zu 95 Prozent Umluft gefahren werden. Durch den reduzierten Aufwand für die Luftkonditionierung spart der EcoDryScrubber bis zu 60 Prozent der Energie in der Lackierkabine. 75 Lackierlinien weltweit arbeiten bereits mit der Trockenabscheidung von Dürr beziehungsweise werden derzeit damit ausgerüstet.

Chery Jaguar Land Rover hat diesen Eco+Paintshop, der sich durch einen besonders niedrigen Einsatz von Energie, Material, Wasser und anderen Ressourcen auszeichnet und damit Kosten spart, bereits in Betrieb genommen. In Changshu werden Fahrzeuge der Marken Jaguar und Land Rover sowie des Joint-Venture Partners vom Band laufen. Dieses breite Produktionsspektrum stellt die Flexibilität der Anlage unter Beweis.

Der Dürr-Konzern zählt zu den führenden Maschinen- und Anlagenbauern. Rund 65 Prozent des Umsatzes entfallen auf das Geschäft mit Automobilherstellern und -zulieferern. Weitere Abnehmerbranchen sind zum Beispiel der Maschinenbau, die Chemie- und Pharmaindustrie und – seit der Übernahme der HOMAG Group AG im Oktober 2014 – die holzbearbeitende Industrie. Dürr verfügt über 94 Standorte in 28 Ländern und erzielt mit über 13 700 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 3,2 Mrd Euro.

Dietmar Poll