FRANKFURT (Dow Jones/mn)– Da in China vor allem große und somit margenstarke Wagen nachgefragt werden, dürften die deutlichen Absatzzuwächse auch die Finanzkennzahlen antreiben, die die drei Konzerne in einigen Wochen vorlegen werden. Nach dem starken ersten Halbjahr wollen BMW, Mercedes-Benz und Audi 2010 nun neue Verkaufsrekorde in China aufstellen.

Während der weltgrößte Premiumhersteller BMW im ersten Halbjahr den Absatz in China auf 75.615 Autos verdoppelte, steigerte die Daimler AG die Verkaufszahlen sogar um 120% auf 60.500 Wagen der Luxuskernmarke Mercedes-Benz. Das Plus von fast zwei Dritteln bei der Volkswagen-Tochter Audi fällt zwar mit Abstand am geringsten aus, allerdings sind die Ingolstädter mit einem China-Absatz von fast 110.000 Autos weiter Marktführer auf dem inzwischen größten Automobilmarkt der Welt.

China ist bei weitem der größte der so genannten BRIC-Staaten, in denen sich in den kommenden Jahren nach Einschätzung von Branchenexperten das (automobile) Wachstum hauptsächlich abspielen wird. Neben China, wo die Kunden nicht zuletzt durch staatliche Subventionen in die Läden gelockt wurden, gehören dazu auch Russland, Brasilien und Indien. Einige Branchenexperten gehen davon aus, dass das Reich der Mitte den vor einigen Monaten erlangten Nimbus als weltgrößter Automobilmarkt nicht mehr hergeben wird.

Die Aussichten für die drei deutschen Konzerne auf dem Markt sind gut: “Wir werden schneller als ursprünglich geplant die Marke von 200.000 ausgelieferten Fahrzeugen übertreffen”, sagte Audi-Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer am Freitag. Bisher sollte die Marke am Jahresende geknackt werden. Daimler-Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche stellte heute in München in Aussicht, dass das bisherige Ziel von 100.000 verkauften Pkw im Reich der Mitte in diesem Jahr “sehr deutlich” übertroffen werde. Auch BMW will 2010 einen neuen Absatzrekord in China aufstellen und visiert den Verkauf von 120.000 Premiumwagen an.

2009 hatte die Audi AG die Nase in China klar vorn. Zwar liegen die Ingolstädter beim weltweiten Absatz noch hinter den Wettbewerbern aus München und Stuttgart, im Reich der Mitte führen sie diese Rangfolge aber deutlich an. Audi verkaufte im vergangenen Jahr dort fast 160.000 (+32,9%) Fahrzeuge, BMW gut 90.500 (+37,5%) und Mercedes-Benz etwas mehr als 70.000 (+65%).