Die oberste Anti-Korruptionsbehörde in China hat Ermittlungen gegen den führenden Manager eines

Die oberste Anti-Korruptionsbehörde in China hat Ermittlungen gegen den führenden Manager eines Gemeinschaftsunternehmens von Volkswagen, Toyota und FAW eingeleitet. - Bild: Xinhua

Auf der Webseite der Behörde heißt es, die Disziplinarkommission der Behörde beschuldige FAW-Präsident Xu Jianyi, “verdächtige ernste Verletzungen von Disziplin und Recht” begangen zu haben. Mit diesem Vorwurf werden in China üblicherweise Korruptionsvorwürfe bezeichnet.

Weitere Details wurden auf der Webseite der Behörde nicht genannt. Weder die Konzernzentrale von FAW noch Xu Jianyi konnten zunächst für einen Kommentar erreicht werden. Ein Sprecher von Volkswagen in Wolfsburg verwies am Sonntag auf die Pressestelle des Gemeinschaftsunternehmens in China.

“Verletzungen von Disziplin und Recht”

FAW ist ein wichtiger Partner von Volkswagen und Toyota. Das Gemeinschaftsunternehmen, an dem Volkswagen mit 40 Prozent beteiligt ist, hat Wurzeln bis in die Anfangszeit der Mao-Ära. Das Unternehmen war bereits im Juni 2012 erstmals ins Visier der staatlichen Aufsichtsbehörden geraten, damals wegen des Verdachts, den Verkauf von 170 Neuwagen nicht ordnungsgemäß dokumentiert zu haben.

Im vergangenen August wurden dann Ermittlungen gegen einen amtierenden und einen ehemaligen Manager von FAW in China aufgenommen. Die Namen wurden damals nicht bekannt gegeben, ebensowenig, was genau den Managern vorgeworfen wird. Gegenüber Volkswagen selbst wurden bislang keine Vorwürfe erhoben.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat seit seinem Amtsantritt im November 2013 den Kampf gegen die Korruption zur Chefsache gemacht. Er wolle gegen korrupte Funktionäre auf jeder Ebene des Landes vorgehen, erklärte er wiederholt. Mehrere Staatskonzerne und viele hochrangige Funktionäre im Reich der Mitte müssen sich seither mit Anschuldigungen der mächtigen Disziplinarkommission der Anti-Korruptionsbehörde auseinandersetzen. Im vergangenen Jahr wurden auch mehrere Razzien bei verschiedenen Firmen durchgeführt. Mehr als 1.000 Autounternehmen, Zulieferer und Händler sollen ins Visier der Ermittler geraten sein.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke