In diesem Jahr wird Audi nach Aussage von Vertriebschef Peter Schwarzenbauer dort mehr als 200000 Autos an die Kunden bringen.


FRANKFURT (DJ/gk). Der Luxusautobauer Audi will in diesem Jahr einen neuen Absatzrekord aufstellen und setzt dabei vor allem auf den boomenden chinesischen Markt sowie eine Erholung in den USA. “Wir wollen die Auslieferungen an die Kunden im laufenden Jahr auf mehr als 1,08 Mio steigern”, sagte Vertriebschef Peter Schwarzenbauer am Freitag. Bislang hat die Volkswagen-Tochter die Marke von 1 Mio abgesetzter Fahrzeuge nur einmal im Boomjahr 2008 geknackt.

Rückenwind bekommen die Ingolstädter vor allem vom chinesischen Markt: In diesem Jahr wird Audi nach Aussage von Schwarzenbauer dort mehr als 200000 Autos an die Kunden bringen. 2009, als China die Automobilbranche inmitten der Wirtschaftskrise vor einem noch tieferen Absturz bewahrt hatte, verkaufte der Marktführer im Reich der Mitte knapp 159000 Fahrzeuge.

Die Wachstumsaussichten in China für die kommenden Jahre stuft Audi sogar positiver ein als bislang: 2012 werde man in China rund 300000 Autos verkaufen, erklärte Schwarzenbauer. Bislang hatte die Volkswagen-Tochter für das übernächste Jahr dort einen Absatz von 250000 Einheiten angepeilt.

Auch die Erholung des US-Marktes soll Audi bei der Erreichung des neuen Absatzrekords unterstützen. Der US-Absatz werde 2010 erstmals die Marke von 100000 Einheiten überschreiten, bekräftigte Schwarzenbauer. 2009 hatte Audi in Nordamerika lediglich rund 82700 Autos verkauft.

Sollten die Ingolstädter ihr weltweites Verkaufsziel 2010 erreichen, würde der Absatz im Vergleich zum Krisenjahr 2009 deutlich zulegen, vergangenes Jahr wurden knapp 950000 Audis an die Kunden gebracht. Zur Frage, ob 2010 auch die Marke von 1,1 Mio Fahrzeugen fallen könnte, wollte sich Schwarzenbauer mit Verweis auf die in manchen Märkten weiter schwierige Situation nicht äußern.

In den ersten sechs Monaten des Jahres verkaufte Audi knapp 555000 Autos – ein Plus von 19,1%. Dank dieses deutlichen Absatzzuwachses setzten die Ingolstädter 17,6 Mrd Euro um (+21%) und erwirtschafteten einen operativen Gewinn von 1,3 Mrd Euro (+ 61,6%), womit die Marge bei 7,6% lag. Unter dem Strich verdiente Audi 978 (671) Mio Euro und blieb damit die Ertragsperle des VW-Konzerns.

In der zweiten Jahreshälfte will Audi trotz der Bedenken der Mutter, die Ertragsdynamik könnte sich abschwächen, genauso profitabel arbeiten wie in den ersten sechs Monaten. Ziel sei es, 2010 eine operative Umsatzrendite auf Niveau des ersten Halbjahres zu erwirtschaften, sagte Finanzvorstand Axel Strotbek. “Wir werden das hohe Tempo aus den ersten sechs Monaten halten können”, meinte auch Schwarzenbauer. Im Durchschnitt der vergangenen Jahre lag die Rendite nach Aussage von Strotbek bei 7,1%. 2009 hatte Audi eine Marge von 5,4% erwirtschaftet nach 8,1% im Rekordjahr 2008.

Auch wenn Audi in den vergangenen Jahren die Lücke ein gutes Stück schließen konnte, liegen die Ingolstädter nach wie vor hinter BMW und Mercedes-Benz. Bis spätestens 2015 soll sich das allerdings ändern. Dann will Audi mehr als 1,5 Mio Autos der Marke mit den vier Ringen verkaufen und die Konkurrenz überholen.

Dieses ambitionierte Ziel soll nicht nur durch den Einstieg ins Kleinwagensegment sondern auch den Ausbau der Präsenz im Kompakt- und Mittelklasse-Segment erreicht werden. Bis 2015 solle der Jahresabsatz in den sogenannten C- und D-Segmenten auf 400.000 Fahrzeuge steigen von derzeit 250.000 Wagen, sagte Schwarzenbauer. In den USA könnte sich der Absatzanteil auf 30% von derzeit rund 15% verdoppeln und auch in China deutlich steigen.

Befürchtungen, die Premiumhersteller könnten wegen des breiten Trends hin zu kleinen und spritsparenden Autos in Schwierigkeiten geraten, hält Schwarzenbauer für unbegründet. Der Manager schätzt die längerfristigen Aussichten der Branche vielmehr als sehr gut ein: Der Premiummarkt werde bis 2020 auf mehr als 7 Mio Fahrzeuge anwachsen von 4,1 Mio in diesem Jahr, so der Vertriebschef.