Chinesische Staatsunternehmen sollen mit Megafusionen auch im Ölsektor wettbewerbsfähiger gemacht

Chinesische Staatsunternehmen sollen mit Megafusionen auch im Ölsektor wettbewerbsfähiger gemacht werden. - Bild: epa/Smith

Die chinesische Regierung um Präsident Xi Jinping beauftragte laut Kreisen Wirtschaftsberater damit, mögliche Optionen für eine Konsolidierung durchzuspielen. Demzufolge steht ein Zusammenschluss der Ölriesen China National Petroleum Corp (CNPC) und China Petrochemical Corp (Sinopec) ebenso auf dem Prüfstand wie der Energiegiganten China National Offshore Oil Corp (Cnooc) und Sinochem Group.

Zwar hat die Regierung einige vorsichtige Schritte hin zu einer Öffnung des chinesischen Marktes für private und ausländische Investoren unternommen, zugleich aber keinen Zweifel an der Bedeutung von Staatsunternehmen gelassen. Sie seien eine “wichtige Stütze der nationalen Wirtschaft”, sagte Xi noch vergangenes Jahr. Die Regierung müsse sicherstellen, dass sie florierten.

Fusionen könnten zudem den Wettbewerbsdruck der einheimischen Unternehmen untereinander verringern, denn angesichts von Überschusskapazitäten tobt ein Preiskampf im Verarbeitenden Gewerbe. Ende vergangenen Jahres kündigte die Regierung bereits eine Fusion der zwei größten Bahnbauer Chinas an, die nun vereint gegen die westliche Konkurrenz wie Siemens und den kanadischen Großkonzern Bombardier im Ringen um die Marktführung antreten sollen.

“Wir wollen unser eigenes Exxon Mobil”

CNPC, Sinopec, Cnooc and Sinochem haben sich in den vergangenen 15 Jahren zunehmend gegenseitig das Wasser abgegraben. “Sie kämpfen mehr und mehr gegeneinander”, hieß es aus Kreisen, und das sei ineffizient. Nun sollen die Kräfte der chinesischen Staatsunternehmen gebündelt werden. Der fallende Ölpreis hat der angestrebten Reform noch einmal zusätzliche Dringlichkeit verliehen und ist auch bei der westlichen Konkurrenz nicht ohne Reaktion geblieben. So vereinbarte der spanische Mineralölkonzern Repsol SA die Übernahme des kanadischen Kontrahenten Talisman Energy Inc für 8,3 Milliarden US-Dollar.

Da kommt es nicht von ungefähr, dass auch China jetzt zum Angriff starten will. Ein mit den chinesischen Konsolidierungsplänen vertraute Person sagte, sie wollten ein großes chinesisches Unternehmen, das dem internationalen Wettbewerbsdruck standhalte: “Wir wollen unser eigenes Exxon Mobil.”

Sprecher der vier chinesischen Unternehmen und von der Staatsbehörde, die über die Beteiligungen Pekings wacht, lehnten entweder einen Kommentar ab oder waren nicht zu erreichen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke