BMW hat erneut das Rennen um die Krone im Luxussegment gemacht und hält die Konkurrenten

BMW hat erneut das Rennen um die Krone im Luxussegment gemacht und hält die Konkurrenten Mercedes-Benz und Audi auf Distanz (Bild: BMW AG).

Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (ks)–Die Gewinnkennziffern haben sich sogar vervielfacht, wie die Gesellschaft mit Sitz in München am Donnerstag mitteilte. 2010 erzielte die BMW AG einen Umsatz von 60,477 Mrd Euro und damit 19,3% mehr als im Vorjahr. Das EBIT stieg auf 5,094 (0,289) Mrd Euro. Unter dem Strich verblieben 3,234 (0,210) Mrd Euro. Damit schnitt das Unternehmen besser ab als erwartet. Analysten hatten konzernweit mit Einnahmen von 60,2 Mrd Euro, einem Gewinn vor Zinsen und Steuern von 4,8 Mrd Euro sowie einem Nettogewinn von 2,9 Mrd Euro gerechnet.

Mit 8% übersprang BMW das ausgegebene Mindest-Renditeziel für das Kerngeschäft. Anfang November hatte sich das Traditionsunternehmen ehrgeizigere Jahresziele gesetzt und peilte seitdem eine operative Marge im Autogeschäft von mehr als 7% an.

“Wir können mit der Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr zufrieden sein. Wir haben neue Rekordwerte bei Umsatz und Konzernergebnis erzielt und unsere Ziele für das Gesamtjahr mehr als erreicht”, sagte Vorstandsvorsitzender Norbert Reithofer.

Auch die Aktionäre dürfen sich über den Gewinnsprung freuen. BMW will jedem Stamm- bzw Vorzugsaktionär eine Erfolgsbeteiligung von 1,30 Euro bzw 1,32 Euro je Anteil zahlen. Das sind neue Rekordwerte. Die bisher höchsten Ausschüttungen von 1,06 bzw 1,08 Euro je Aktie waren für das Jahr 2007 gezahlt worden. Für das Krisenjahr 2009 lag die Dividende bei 0,30 Euro je Stamm- und 0,32 Euro je Vorzugsaktie.

Nachdem das Geschäft des Autobauers Ende 2008 und 2009 schwer von der Wirtschaftsflaute in Mitleidenschaft gezogen worden war, ging es für die Münchener ebenso wie für die Konkurrenten im vergangenen Jahr deutlich aufwärts: Die Verkaufszahlen legten dank der Kauflust der Chinesen und des Aufwärtstrends in den USA um knapp 14% auf 1,46 Mio Neuwagen zu.

Damit machte das Unternehmen erneut das Rennen um die Krone im Luxussegment und hielt die Konkurrenten Mercedes-Benz und Audi auf Distanz. Gegen Jahresende lief es sogar so gut für die Branche, dass den Zulieferern vereinzelt die Teile ausgingen.

Auch der Start ins neue Jahr ist BMW gelungen: Sowohl im Januar als auch im Februar legten die Verkaufszahlen deutlich zu, kumuliert lag das Plus bei knapp einem Viertel. 2011 soll nun ein neuer Verkaufsrekord aufgestellt werden. Die alte Bestmarke stammt aus dem Jahr 2007 und liegt bei gut 1,54 Mio verkauften Oberklassewagen Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. “Wir streben 2011 einen Rekordabsatz von über 1,5 Millionen Fahrzeugen an und gehen auch bei allen drei Marken jeweils von neuen Bestmarken aus”, sagte Reithofer mit Blick auf den Absatz.

Auf konkretere Ziele für die wichtigsten Finanzkennzahlen im Jahr 2011 muss der Markt allerdings noch warten. Diese gibt der Branchenprimus frühestens auf der Bilanzpressekonferenz am kommenden Dienstag bekannt. 2012 steuere das Unternehmen im Automobilsegment unverändert eine EBIT-Marge von 8% bis 10% an.

Die BMW-Wettbewerber hatten ihre Jahresergebnisse bereits zuvor veröffentlicht: Audi erwies sich 2010 einmal mehr als Ertragsperle des Volkswagen-Konzerns und trug mit einem Rekordgewinn von rund 3,3 Mrd Euro fast die Hälfte zum Ergebnis von Europas größtem Autobauer bei. Auch bei der operativen Rendite stellen die Ingolstädter mit 9,4% eine neue Bestmarke auf.

Die Mercedes-Benz-Mutter Daimler hatte bereits im Februar Jahreszahlen vorgelegt. Gute Pkw-Verkaufszahlen und eine überraschend schnelle Erholung der Lkw-Märkte bescherten den Schwaben einen kräftigen Gewinnsprung: Operativ fuhr der Konzern nach Milliarden-Verlusten im Jahr 2009 nun wieder einen Gewinn von 7,3 Mrd Euro ein, zu dem die Pkw-Sparte 4,7 Mrd Euro beitrug. Die Marge lag damit bei 8,7%.