Salzgitter Stahl

China hat die am Freitag von der EU verhängten Strafzölle auf die Einfuhr bestimmter Baustahlsorten als unangebracht und diskriminierend verurteilt. - Bild: Salzgitter

Die EU hatte Strafzölle von 18,4 bis 22,5 Prozent verhängt, um seine eigenen Produzenten gegen Überkapazitäten und unlauteren Wettbewerb zu schützen.

Die Strafzölle betreffen Baustahl mit hoher Ermüdungsbeständigkeit, der zumeist zur Stabilisierung von Beton eingesetzt wird. Europäische Stahlhersteller hatten in den letzten Jahren mehrfach Beschwerde gegen ihre chinesische Konkurrenz erhoben und ihr vorgeworfen, mit Dumping-Preisen Stahl in den europäischen Markt zu drücken. Die EU begann daher Anfang des Jahres mit einer Untersuchung und hatte schon Ende Januar vorläufige Strafzölle verhängt, die jetzt von den bis Juli 2021 gültigen Strafzöllen abgelöst werden.

Benachteiligung chinesischer Produkte

Das chinesische Handelsministerium verurteilte die Entscheidung der EU am Samstag als "unangemessen". Die Zölle sorgten für eine Benachteiligung chinesischer Produkte. "Im Kern stellen sie eine künstliche Barriere dar, sorgen für den Ausschluss chinesischer Produkte und sind eine unfaire protektionistische Maßnahme zum Schutz der europäischen Industrie", urteilte das Handelsministerium in Peking laut einer auf seiner Webseite veröffentlichten Stellungnahme.

Die Entscheidung der EU ist Teil einer Reihe von Untersuchungen über mögliche unfaire Handelspraktiken durch chinesische Unternehmen. Gegenwärtig laufen in Europa 37 Untersuchungen wegen Preisdumpings und unerlaubter staatlicher Subventionen im Stahlsektor. 15 der Verfahren betreffen China. Im März hatte Eurofer, der europäische Stahlverband, eine offizielle Beschwerde gegen die chinesischen Handelspraktiken eingelegt. Der Verband begrüßte die Entscheidung aus Brüssel.

China ist mittlerweile der weltweit größte Stahlhersteller. Das Reich der Mitte hat seine Exporte nach Europa in den vergangenen beiden Jahren verdoppelt. Weil gleichzeitig die Nachfrage in Europa unter das Niveau von vor der Finanzkrise 2008 gefallen ist, brachen auch die Preise für Stahl in den beiden letzten Jahren um rund 40 Prozent ein.

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