CATL wird in Thüringen am Erfurter Kreuz eine der größten Fabriken für Batteriezellen in Europa bauen.

CATL wird in Thüringen am Erfurter Kreuz eine der größten Fabriken für Batteriezellen in Europa bauen. - Bild: Pixabay

Seit Wochen wurde darüber spekuliert, nun ist es offiziell: In Thüringen soll eine der größten Fabriken für Batteriezellen in Europa entstehen. Geplant sei ein Werksneubau der Contemporary Amperex Technology Ltd. (CATL), sagte Landes-Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Details zu dem Großprojekt würden am Montagnachmittag in Berlin vorgestellt, kündigte Tiefensee an. Eine Vereinbarung zu dem Batteriezellen-Werk solle zuvor im Rahmen der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen unterzeichnet werden.

Tiefensee sprach von einer der bedeutendsten Industrie-Investitionen der vergangenen zehn Jahre in Thüringen. Das Land habe damit die Chance, "zu einem der wichtigsten europäischen Standorte für Batterietechnologie aufzusteigen".

Nach dpa-Informationen ist der Aufbau des Werkes in Thüringens größtem Industriegebiet "Erfurter Kreuz" in mehreren Etappen geplant. Zunächst solle ein dreistelliger Millionenbetrag investiert werden. Im Gespräch seien mehrere Hundert Millionen Euro, hieß es in Erfurt. Langfristig könnten bis zu 1000 Arbeitsplätze entstehen.

Das "Handelsblatt" hatte kürzlich berichtet, der Autobauer BMW wolle die Batteriezellen für seine Elektrofahrzeuge der kommenden Generation bei CATL bestellen. "Wir haben gerade einen Milliardenauftrag an CATL vergeben", hatte die Zeitung BMW-Vorstandschef Harald Krüger zitiert. Mit CATL habe man sehr früh eine Partnerschaft begonnen und sich auch für den Bau eines Werkes in Europa eingesetzt. Auch Daimler soll laut "Handelsblatt" eine Belieferung durch CATL zumindest erwägen.

Asiatische Konzerne gelten bei der Batteriezell-Fertigung als führend. Deutsche Autobauer setzen eher auf die Kompetenz beim anschließenden Zusammensetzen der Zellen zu Batteriepacks für E-Autos.

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CATL soll im "Erfurter Kreuz" zwischen Erfurt und Arnstadt, das über zwei Autobahnen erreichbar ist, ein etwa 80 Hektar großes Areal im Blick haben. Neben der zentralen Lage in Deutschland - auch zu potenziellen Kunden - soll die Infrastruktur einschließlich einer leistungsfähigen Stromanbindung für den Standort gesprochen haben. Die Chinesen sollen auch andere Standorte in Europa geprüft haben.

Tiefensee hatte bereits vor einigen Wochen Thüringens großes Interesse an der Industrieansiedlung signalisiert. Er hatte betont, dass die Landesregierung "alles tun wird, um das Unternehmen bei der Realisierung in Thüringen zu unterstützen".

Die Unternehmensberatung PwC sieht für die deutschen Autohersteller selbst noch keine Notwendigkeit, eigene Batteriezellen für Elektroautos zu bauen. "Aktuell gibt es genug Wettbewerb, und alle Autohersteller kaufen ihre Zellen bei mehreren Herstellern ein, damit kein Monopol entsteht", sagte PwC-Autoexperte Jörn Neuhausen der Deutschen Presse-Agentur.

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    Das Zusammenbauen von Batterien ist alles andere als banal, vielmehr unheimlich wichtig, um große Reichweiten zu ermöglichen und Sicherheit im Falle ­eines Crashs zu garantieren. - Bild: Bild: Patrick P. Palej - stock.adobe.com

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    Batteriezellen zu Stapeln verkleben: „Um die benötigte Energie bereitzustellen, müssen die prismatischen Zellen fest miteinander verbunden ­werden“, erläuterte Atlas Copco Manager Olaf Leonhardt. „Dazu ist eine präzise Klebeverbindung ohne Lufteinschlüsse notwendig.“ Das Fügen der Zellstapel, der Stacks, sei eine große Herausforderung, weil die Zellen temperaturempfindlich seien. - Bild: Atlas Copco

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    Stanznieten verstärken die Zellstapel seitlich: Um die Batterie im Crashfall noch besser zu schützen, können die Zellstapel über seitlich angebrachte Streben verstärkt werden. Dafür hat Atlas Copco eine weitere Fügetechnik im Programm, und zwar das Halbhohl-Stanznieten aus der Henrob-Produktlinie. Dieses kalte, rein mechanische Fügeverfahren bringt keine Hitze in die Zellen ein und verursacht auch keine schädlichen Dämpfe oder Schweißspritzer. - Bild: Atlas Copco

  • Wärmeleitpaste erhöht Lebensdauer:

    Wärmeleitpaste erhöht Lebensdauer: Eine Besonderheit in der Batteriefertigung ist das notwendige Temperaturmanagement. Batteriezellen müssen in einem definierten Temperaturbereich betrieben werden, um die Leistung zu erhalten beziehungsweise Überhitzung zu vermeiden. Dafür wird eine Wärmeleitpaste, die typischerweise mit Füllstoffen versetzt ist, mit hoher Präzision und unter Vermeidung von Lufteinschlüssen eingebracht. - Bild: Atlas Copco

  • Vierfach-Schraubsystem montiert Module synchron in der Batteriewanne

    Vierfach-Schraubsystem montiert Module synchron in der Batteriewanne: „Für einen sicheren Betrieb der Batterie ist neben der Temperatur auch die Wärmeleitung von maßgeblicher Bedeutung“, erläuterte Olaf Leonhardt. „Deshalb müssen wir einen optimalen Kontakt zwischen den Batteriemodulen und der Wärmeleitpaste herstellen.“ Zur Befestigung der Module in der Batteriewanne wird eine elektronisch gesteuerte Schraubtechnik von Atlas Copco Tools verwendet. Vier Schraubspindeln arbeiten synchron im Endanzug. - Bild: Atlas Copco

  • Automatische Applikation einer Flüssigdichtung

    Automatische Applikation einer Flüssigdichtung: Sobald alle Module fest verankert sind, kann das Gehäuse verschlossen werden. „Wir müssen dabei aber verhindern, dass Feuchtigkeit eindringt“, betonte Leonhardt. „Sonst verschlechtert sich die Leistung der Batterie dramatisch und es kann zu Schäden und Korrosion kommen.Hier können wir auf unsere langjährige Erfahrung in der Klebe- und Dosiertechnologie zurückgreifen“, sagte Leonhardt. Die Produktlinie SCA biete automatisierte Applikationstechniken für den Auftrag von Dichtmitteln, die zum Abdichten der Batterie besonders geeignet seien. - Bild: Atlas Copco

  • Fließlochschrauben für einseitige Zugänglichkeit bei Deckelmontage

    Fließlochschrauben für einseitige Zugänglichkeit bei Deckelmontage: Im letzten Schritt wird die Abdeckung auf das Gehäuse gesetzt. „Da das Batteriegehäuse hierfür nur von außen zugänglich ist, muss das Fügeverfahren darauf abgestimmt sein“, erläutert ­Fügetechnik-Experte Leonhardt. „Außerdem sollte auch diese Verbindung lösbar sein, um die Wartung und Demontage zu vereinfachen.“ Erfüllt werden diese Anforderungen von der Fließlochschraubtechnik aus dem Hause Klingel, einem langjährigen Atlas-Copco-Partner. - Bild: Atlas Copco