Chinesische Investoren sind in Deutschland weiter auf Einkaufstour.

Chinesische Investoren sind in Deutschland weiter auf Einkaufstour. - Bild: Pixabay

Deutsche Unternehmen sind weiterhin das bevorzugte Ziel chinesischer Investoren in Europa. Für Übernahmen und Beteiligungen in Europa gaben chinesische Firmen in diesem Jahr bereits 15 Milliarden Dollar aus, davon 10 Milliarden in Deutschland, wie aus einer Studie der Unternehmensberatung EY hervorgeht. Nach politischem Gegenwind könnten Spannungen mit den USA nun wieder "zu einer größeren Bereitschaft in Europa führen, chinesische Investoren ins Boot zu holen", sagte EY-China-Expertin Yi Sun.

Der bisher europaweit mit Abstand größte Deal in diesem Jahr war der Einstieg des Autobauers Geely bei Daimler, gefolgt von der Übernahme des französischen Computerspielproduzenten Ubisoft durch den Internetriesen Tencent und der noch laufenden Übernahme des bayerischen Autozulieferers Grammer durch Ningbo Jifeng.

Die Zahl der Übernahmen und das Investitionsvolumen in Europa seien jetzt zwar niedriger gewesen als in den Vorjahren. Aber "wenn in Europa ein attraktives Unternehmen als Übernahmeziel gilt, ist eigentlich immer auch ein chinesisches Unternehmen unter den Interessenten", sagte Yi Sun. In Deutschland belegten chinesische Investoren Platz vier hinter Anlegern aus den USA, Großbritannien und der Schweiz. Am größten sei ihr Interesse an Industriefirmen, verstärkt kauften sie gegenwärtig aber auch Rohstoff- und Konsumgüterunternehmen.

Der Gegenwind habe allerdings zugenommen: Vor allem bei High-Tech-Unternehmen und Energieversorgern gebe es in Europa mehr "politische Bedenken und die Sorge vor einem Ausverkauf von Know-how" sagte Yi Sun. Zugleich seien die Verkäufer vorsichtiger geworden - sie forderten heute oft schon bei der Vertragsunterzeichnung hohe Garantien von den chinesischen Käufern. Bankbürgschaften für chinesische Investoren seien inzwischen schwieriger zu bekommen. Und manchmal müssten Investoren aus der Volksrepublik auch Zugeständnisse in Bezug auf Arbeitsplätze und Unternehmenssitz machen, sagte Yi Sun.

  • Gazprom ist weltweit betrachtet der größte Erdgasförderer und gehört definitiv zu den größten Firmen in Russland. Im Jahr 2015 beschäftigte das Unternehmen 467.400 Mitarbeiter und belegt somit im Ranking den 10. Platz.

    Platz 10: Gazprom ist weltweit betrachtet der größte Erdgasförderer und gehört definitiv zu den größten Firmen in Russland. Im Jahr 2015 beschäftigte das Unternehmen 467.400 Mitarbeiter und belegt somit im Ranking den 10. Platz. – Bild: Gazprom

  • Platz 9: Bei der ‚Agricultural Bank of China‘ arbeiteten im Jahr 2015 ganze 501.368 Menschen. Das beschert dem Finanzinstitut Platz 9 im Ranking der personalstärksten Unternehmen weltweit. Die Bank ist teils vom Staat China geführt und hat ihre Zentrale in Peking.

    Platz 9: Bei der ‚Agricultural Bank of China‘ arbeiteten im Jahr 2015 ganze 501.368 Menschen. Das beschert dem Finanzinstitut Platz 9 im Ranking der personalstärksten Unternehmen weltweit. Die Bank ist teils vom Staat China geführt und hat ihre Zentrale in Peking. – Bild: ABC

  • Platz 8: Im Jahr 2015 gab der ‚United States Postal Service‘ 574.349 Menschen einen Arbeitsplatz und belegt somit Platz 8. Die unabhängige Behörde der vereinigten Staaten besitzt das Monopol für bestimmte Postdienstleistungen. Sitz des Unternehmens ist Washington.

    Platz 8: Im Jahr 2015 gab der ‚United States Postal Service‘ 574.349 Menschen einen Arbeitsplatz und belegt somit Platz 8. Die unabhängige Behörde der vereinigten Staaten besitzt das Monopol für bestimmte Postdienstleistungen. Sitz des Unternehmens ist Washington. – Bild: USPS

  • Platz 7: Den 7. Platz hat sich ein deutsches Unternehmen geschnappt. So zählte der Autobauer Volkswagen über alle Werke weltweit verteilt 626.715 Mitarbeiter im Jahr 2015. Am Stammsitz Wolfsburg lief zudem jüngst das 45. Millionste Auto vom Band, wie auf dem Foto zu sehen ist.

    Platz 7: Den 7. Platz hat sich ein deutsches Unternehmen geschnappt. So zählte der Autobauer Volkswagen über alle Werke weltweit verteilt 626.715 Mitarbeiter im Jahr 2015. Am Stammsitz Wolfsburg lief zudem jüngst das 45. Millionste Auto vom Band, wie auf dem Foto zu sehen ist. – Bild: Volkswagen

  • Platz 6: Als Mischkonzern wird die Tata Group aus Indien bezeichnet. Für das Unternehmen arbeiteten im Jahr 2015 insgesamt 695.699 Menschen weltweit, sodass der Konzern es auf den 6. Platz im Ranking geschafft hat. Auch das Unternehmen ‚Tata Steel‘ – auf dem Bild zu sehen ist die Stahlherstellung – gehört zum Konzern.

    Platz 6: Als Mischkonzern wird die Tata Group aus Indien bezeichnet. Für das Unternehmen arbeiteten im Jahr 2015 insgesamt 695.699 Menschen weltweit, sodass der Konzern es auf den 6. Platz im Ranking geschafft hat. Auch das Unternehmen ‚Tata Steel‘ – auf dem Bild zu sehen ist die Stahlherstellung – gehört zum Konzern. – Bild: Tata

  • Platz 5: Der chinesische Konzern Sinopec zählte im Jahr 2015 ganze 713.288 Mitarbeiter und liegt somit auf Platz 5 im Ranking. Das Unternehmen ist im Öl- und Gassektor tätig und besitzt auch Raffinerien. In Nanjing produziert Sinopec in einem Joint-Venture gemeinsam mit der BASF zudem die Chemikalie Neopentylglykol, die zum Beispiel als Rohstoff für glasfaserverstärkte Kunststoffe dient.

    Platz 5: Der chinesische Konzern Sinopec zählte im Jahr 2015 ganze 713.288 Mitarbeiter und liegt somit auf Platz 5 im Ranking. Das Unternehmen ist im Öl- und Gassektor tätig und besitzt auch Raffinerien. In Nanjing produziert Sinopec in einem Joint-Venture gemeinsam mit der BASF zudem die Chemikalie Neopentylglykol, die zum Beispiel als Rohstoff für glasfaserverstärkte Kunststoffe dient. – Bild: Sinopec

  • Platz 4: Mit Foxconn belegt ein taiwanesisches Unternehmen den 4. Platz im Ranking der personalstärksten Unternehmen der Welt. Der Technologiekonzern geriet immer wieder in die Schlagzeilen, weil er seine Mitarbeiter nicht gut behandelte. Dennoch arbeiteten im Jahr 2015 rund 726.772 für das Unternehmen. Auf dem Bild zu sehen ist der sogenannte ‚Foxbot‘, ein von Foxconn entwickelter Roboter.

    Platz 4: Mit Foxconn belegt ein taiwanesisches Unternehmen den 4. Platz im Ranking der personalstärksten Unternehmen der Welt. Der Technologiekonzern geriet immer wieder in die Schlagzeilen, weil er seine Mitarbeiter nicht gut behandelte. Dennoch arbeiteten im Jahr 2015 rund 726.772 für das Unternehmen. Auf dem Bild zu sehen ist der sogenannte ‚Foxbot‘, ein von Foxconn entwickelter Roboter. – Bild: Foxconn

  • Platz 3: Den Bronzeplatz hat mit 926.027 Mitarbeitern im Jahr 2015 der chinesische Konzern ‚State Grid‘ inne. Das Energieunternehmen hat seinen Hauptsitz in Peking und zeichnet für einen Großteil des chinesischen Stromnetzes verantwortlich. Auf dem Bild zu sehen ist der offizielle Kick-Off zum ‚Central Tibet Grid Interconnection Project‘.

    Platz 3: Den Bronzeplatz hat mit 926.027 Mitarbeitern im Jahr 2015 der chinesische Konzern ‚State Grid‘ inne. Das Energieunternehmen hat seinen Hauptsitz in Peking und zeichnet für einen Großteil des chinesischen Stromnetzes verantwortlich. Auf dem Bild zu sehen ist der offizielle Kick-Off zum ‚Central Tibet Grid Interconnection Project‘. – Bild: State Grid

  • Platz 2: Mit 1.512.048 Mitarbeitern belegt ‚China National Petroleum‘ den Silberplatz im Ranking. Der chinesische staatliche Ölkonzern erwirtschaftete im Jahr 2016 einen Umsatz von 262,573 Milliarden US-Dollar.

    Platz 2: Mit 1.512.048 Mitarbeitern belegt ‚China National Petroleum‘ den Silberplatz im Ranking. Der chinesische staatliche Ölkonzern erwirtschaftete im Jahr 2016 einen Umsatz von 262,573 Milliarden US-Dollar. – Bild: China National Petroleum

  • Platz 1: Mit deutlichem Abstand gewinnt Walmart das Ranking der personalstärksten Unternehmen der Welt. So beschäftigte der Einzelhandels-Reise im Jahr 2015 weltweit 2.300.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen dominiert den Lebensmittelmarkt in den USA, hat sich jedoch aus Deutschland wieder zurückgezogen.

    Platz 1: Mit deutlichem Abstand gewinnt Walmart das Ranking der personalstärksten Unternehmen der Welt. So beschäftigte der Einzelhandels-Reise im Jahr 2015 weltweit 2.300.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen dominiert den Lebensmittelmarkt in den USA, hat sich jedoch aus Deutschland wieder zurückgezogen. – Bild: Walmart

Einige große Transaktionen scheiterten oder seien noch in der Schwebe. So wies der portugiesische Energieversorger EDP ein chinesisches Übernahmeangebot für 11 Milliarden Dollar ab, in Deutschland kam der Einstieg des chinesischen Staatskonzern State Grid beim Netzbetreiber 50 Hertz nicht zustande.

Mitunter kämen Chinesen aber als "Retter in der Not" zum Zuge, sagte Yi Sun: "Zahlreiche Transaktionen betrafen auch in diesem Jahr wieder insolvente Unternehmen." Auch für deutsche Mittelständler, die die von ihren Kunden erwartete Expansion nicht aus eigener Kraft stemmen könnten, böten sich chinesische Partner an.

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