Der italienische Reifenhersteller Pirelli wird vom chinesischen Mischkonzern China National Chemical

Der italienische Reifenhersteller Pirelli wird vom chinesischen Mischkonzern China National Chemical und einer Investorengruppe übernommen. - Bild: Pirelli

Pirelli wird vom chinesischen Mischkonzern China National Chemical und einer Investorengruppe übernommen. Ein entsprechendes Angebot bewertet den italienischen Reifenhersteller mit rund 7,1 Milliarden Euro.

Der Zukauf wäre nach Angaben des Informationsdienstleisters Dealogic der größte in Übersee durch ein chinesisches Unternehmen seit der Übernahme der kanadischen Förderfirma Nexen durch den chinesischen Staatskonzern Cnooc für 15 Milliarden Dollar.

Die Reifensparte von China National Chemical, kurz ChemChina genannt, wird eigenen Angaben zufolge zunächst einen Anteil von 26 Prozent an Pirelli kaufen, den das indirekt von Pirellis CEO und Chairman Marco Tronchetti Provera kontrollierte Investmentvehikel Camfin hält. Dafür zahlt das Unternehmen rund 1,8 Milliarden Euro. Dann wird ein Gebot für die restlichen ausstehenden Pirelli-Anteile zu je rund 15 Euro pro Aktie folgen. Der Preis liegt leicht unter dem Schlusskurs von Pirelli am Freitag.

Die den Zukauf tätigende ChemChina-Sparte China National Tire & Rubber, einer der größten chinesischen Reifenhersteller, kann durch Pirelli ihre Technologie verbessern und ihren Anteil am Heimatmarkt ausbauen. ChemChina selbst erhält größeren Zugang zum europäischen Markt und kann seine weltweiten Umsätze steigern. Pirelli wiederum wird seine Präsenz in China erhöhen und laut Camfin seinen Industriereifen-Absatz auf rund 12 Millionen Stück pro Jahr verdoppeln können.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht