Volkswagen, China, Diesel, Abgasskandal

In China produziert Volkswagen in Gemeinschaftsunternehmen vor allem Benziner. - Bild: Produktion

In den vergangenen Jahren haben Vorstände von Volkswagen öfter versucht, chinesische Entscheidungsträger davon zu überzeugen, dass die Diesel-Motoren des Unternehmens sauber und somit für den chinesischen Markt geeignet seien. Bei offiziellen Delegationsreisen nach China wollten die Spitzenmanager den „sauberen Diesel" verkaufen. Das erfuhr Produktion von mit der Materie vertrauten Personen.

Zuständig für die Automobilin­dustrie in China ist der Minister für Wissenschaft und Technologie, S. E. Wan Gang, der sagte, dass er nicht an einen sauberen Diesel-Motor glaubt: Diesen gebe es nicht. Wan Gang kennt sich mit Motoren aus: Er arbeitete von 1991 bis 2000 bei Audi in Ingolstadt und entwickelte dort Brennstoffzellen-Technologie.

Das Wort des Ministers hat Gewicht. Frühzeitig verhinderte er, dass es zu einem Siegeszug des Diesel kommen konnte. Infolgedessen erreichte VW mit seinen Diesel-Modellen in China nur einen Marktanteil von unter 1 % bezogen auf alle in dem Land verkauften VW-Fahrzeuge.

Im Nachhinein betrachtet könnte sich das als glückliche Fügung erweisen, weil auf den Hersteller aus China weniger Probleme zukommen als aus anderen Ländern. Heute generiert VW zwei Drittel seines Gewinns in China. Zudem halbierte die chinesische Regierung erst kürzlich die Steuern für kleinere Fahrzeuge, um den Autoabsatz anzukurbeln.