HANNOVER (Dow Jones/rm). Dank weltweit anziehender Automobilverkäufe, eines starken Reifengeschäfts und strikten Sparkurses stand von April bis Juni bei dem Hannoveraner Automobilzulieferer unter dem Strich ein Gewinn von 121 Mio EUR, wie der MDAX-Konzern am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum, mitten in der Wirtschaftskrise, stand hier noch einen Verlust von 190 Mio EUR.

Erfolge konnten die Hannoveraner auch beim Schuldenabbau vermelden. Conti stand durch den VDO-Kauf Ende des Jahres 2009 mit knapp 8,9 Mrd EUR bei den Geldgebern in der Kreide. Die Erlöse aus der Kapitalerhöhung im Januar von gut einer Milliarde Euro nutzte Conti zum Teil, um bis Ende Juni den Schuldenberg weiter auf 8,0 Mrd EUR abzuschmelzen.

Nach einem überraschend guten ersten Halbjahr hatte Conti Anfang Juli zum zweiten Mal seine Prognose für das laufende Jahr angehoben und erwartet nun 15% mehr Umsatz als im vergangenen Jahr. Auch unter dem Strich sollen nach zwei Jahren mit Milliardenverlusten wieder schwarze Zahlen stehen.

Gestiegene Rohstoffkosten, vor allem für Naturkautschuk, die Kosten für die Schließung der Lkw-Reifenproduktion in Hannover, weitere Abschreibungen auf den Kaufpreis der einstigen Siemens VDO sowie anhaltend hohe Zinsen für Kredite und Anleihen dürften Conti zwar weiter belasten. Dennoch wollen die Hannoveraner eine bereinigte Rendite (EBIT-Marge) von 8,0% bis 8,5% nach 5,8% im Vorjahr erreichen. Im ersten Halbjahr lag die Rendite bei 8,0%.