Elmar Degenhart: "Die Stimmung in Detroit ist sehr gut, das ist aber keine Garantie dafür, dass das

Elmar Degenhart: "Die Stimmung in Detroit ist sehr gut, das ist aber keine Garantie dafür, dass das Jahr so weiterverläuft. Es bleibt auch abzuwarten, wie sich die Situation in Europa entwickle, ob sich die Stimmung hier stabilisiere." - Bild: Continental

Der Hannoveraner Automobilzulieferer Continental scheint gut ins neue Jahr gestartet zu sein. Der Konzern erwartet für das erste Quartal “keine großen Schwankungen und einen Verlauf in etwa wie auf dem Niveau des Vorjahres”.

Das sagte Konzernchef Elmar Degenhart im Gespräch mit Dow Jones Newswires am Rande der Automesse in Detroit. Allerdings seien die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in vielen Märkten nach wie vor schwierig.

“Die Stimmung in Detroit ist sehr gut, das ist aber keine Garantie dafür, dass das Jahr so weiterverläuft”, sagte der Manager mit Blick auf Märkte wie Russland, Brasilien und den Nahen Osten. Es bleibe auch abzuwarten, wie sich die Situation in Europa entwickle, ob sich die Stimmung hier stabilisiere.

Auch die Wachstumsrate für den weltweiten Pkw-Markt sei im laufenden Jahr “nicht sonderlich aufregend”, aber immerhin erwartet Continental ein leichtes Wachstum von Fahrzeugen bis sechs Tonnen auf 89 Millionen Einheiten. Der US-Pkw-Markt werde “moderat” wachsen, in Europa erwartet Degenhart ein “leichtes” Wachstum des Auto-Marktes. Chinas Pkw-Markt werde dagegen zwar nicht mehr zweistellig, aber dennoch um acht Prozent zulegen, sagte der Manager während einer vorangegangenen Pressekonferenz. “China bleibt deshalb der Wachstumstreiber”, resümierte er.

Wachstum in Fernost

Und an diesem Wachstum wird nach Einschätzung von Degenhart auch Continental partizipieren. “Wir glauben, dass wir unseren Umsatz in China in den nächsten sieben Jahren auf zehn Milliarden Euro steigern können”, sagte er. Wie groß diese Kennzahl im vergangenen Jahr war, steht noch nicht fest.

Geschäft mit Sicherheits- und Assistenzsystemen als Wachstumstreiber

Der Zulieferer von Reifen und Technologieprodukten hatte am Montag am Rande der Automesse in Detroit erste Kennzahlen veröffentlicht. Der Umsatz ist im vergangenen Jahr auf 34,5 Milliarden Euro nach 33,3 Milliarden Euro im Vorjahr gewachsen, die bereinigte EBIT-Marge kletterte auf “mehr als” elf1 Prozent. Ob Continental im vergangenen Jahr ergebnisseitig damit etwas schlechter abgeschnitten hat als 2013 mit einer Marge von 11,3 Prozent, dazu wollte sich der Konzernlenker im Interview noch nicht äußern, sondern verwies auf die Bilanzpressekonferenz Anfang März.

Als weiteren großen Wachstumstreiber sieht Degenhart zudem das Geschäft mit Sicherheits- und Assistenzsystemen. 2014 habe Continental mit Assistenz-Systemen rund 500 Millionen Euro umgesetzt. Bis 2018 wolle man die Erlöse verdreifachen, sagte der Manager.

In den kommenden Wochen dürften die Hannoveraner ihre Aufmerksamkeit erst einmal auf den Abschluss der Milliarden-Übernahme des Gummi- und Kunststoffherstellers Veyance richten. Die US-Kartellbehörde hatte dem Deal im Dezember zugestimmt, allerdings unter der Auflage, ein Veyance-Luftfederwerk in Mexiko zu veräußern. Degenhart sagte nun in Detroit, er erwarte ein Closing “in den nächsten Wochen, noch im ersten Quartal”.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke