Bild: Imago

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HANNOVER (DJ/ilk) “Wir gehen unverändert von einem Umsatz von mindestens 29,5 Mrd Euro aus. Zudem sehen wir eine bereinigte EBIT-Marge von rund 10% für das Gesamtjahr 2011 nach wie vor als erreichbar an, wenngleich dieses Ziel aufgrund der uns nochmals stärker als erwartet treffenden Belastungen durch Rohstoffkosten mittlerweile als anspruchsvoll bezeichnet werden muss”, sagte Vorstandsvorsitzender Elmar Degenhart. Mit Elektronikbauteilen, Fahrzeugkomponenten und Reifen hatte Conti im vergangenen Jahr bei Erlösen von gut 26 Mrd Euro eine Rendite von 9,7% erwirtschaftet. Degenhart erklärte, dass die Rubber Group im laufenden Geschäftsjahr statt bisher angenommenen 850 Mio Euro nun mehr als 900 Mio Euro an Zusatzbelastung bei den Rohstoffkosten verkraften muss. Insbesondere die steigenden Preise für Synthesekautschuk haben das operative Ergebnis früher beeinflusst als angenommen. “Zudem ergibt sich durch die zuletzt sprunghaft gestiegenen Preise für die so genannten Seltenen Erden in der Automotive Group im vierten Quartal eine zusätzliche Belastung von maximal 50 Mio Euro.” So hätten sich beispielsweise die Preise für Dysprosium, das unter anderem für die Herstellung von Magneten für Elektromotoren verwendet wird, im Vergleich zu ihren Tiefständen nahezu verzwanzigfacht.

Laut Degenhart könnten diese Negativeffekte durch die positiven Folgen der “sehr guten Auslastung” der Kapazitäten ausgeglichen werden. Conti sehe derzeit eine unverändert robuste Auftragslage, sagte der Manager. Finanzchef Wolfgang Schäfer erklärte, dass auch für das Schlussquartal eine sehr gute Auslastung zu erwarten sei. Nach seiner Aussage sind die Reifenwerke zu nahezu 100% ausgelastet. Dass Conti momentan von einer Krise nichts spürt, zeigen auch die Zahlen zum dritten Quartal: Die Hannoveraner legten zwischen Juli und September einen Gewinnsprung hin. Vor Zinsen und Steuern verdiente Conti auf bereinigter Basis knapp 744 (Vorjahr: 485) Mio Euro. Herausgerechnet sind aus diesem Wert unter anderem Sondereffekte im Zusammenhang mit dem Kauf der früheren Autoelektronik-Sparte von Siemens (VDO).

Die Einahmen legten im dritten Jahresviertel um knapp ein Fünftel auf gut 7,7 Mrd Euro zu, unter den Strich verdiente Conti knapp 211 (14) Mio Euro. Außer dem Nettogewinn, der von ungünstigen Wechselkursveränderungen belastet wurde, die wiederum auf das Zinsergebnis durchschlugen, lagen damit alle Zahlen über den Erwartungen. Per Ende September stiegen die Schulden im Vergleich zum ersten Halbjahr erwartungsgemäß leicht auf knapp 7,3 Mrd Euro an. Wegen aufgestockter Investitionen und Ausgaben für den Anlauf der Winterreifenproduktion hatten viele Analysten damit bereits gerechnet. Im Vorjahresvergleich sank die Schuldenlast, die im Zuge der VDO-Übernahme aufgelaufen war, um knapp 800 Mio Euro. Zum Jahresende soll weiter die Marke von 7 Mrd Euro nach unten durchbrochen werden. Finanzchef Schäfer stellte für das kommende Jahr trotz des schwierigen Umfelds Wachstum in Aussicht. Zwar habe sich die Erwartungshaltung etwas abgeschwächt, die globale Automobilproduktion werde aber wohl zumindest stagnieren oder leicht ansteigen. Ziel von Conti sei es, stärker zu wachsen als der Markt.