Von Katharina Becker, Dow Jones

HANNOVER (ks)–Zwar belasteten Conti gestiegene Rohstoffkosten, vor allem für Naturkautschuk, die Schließung der Lkw-Reifenproduktion in Hannover, weitere Abschreibungen auf den Kaufpreis der einstigen Siemens VDO sowie hohe Zinsen für Kredite und Anleihen. Alleine die Rekordpreise für Kautschuk schlugen mit zusätzlichen 480 Mio Euro zu Buche, wie der Zulieferer erklärte. Dennoch meldeten die Hannoveraner eine bereinigte Rendite (EBIT-Marge) von rund 9,5% nach 5,8% im Vorjahr und schnitten damit sogar noch etwas besser ab als erwartet.

Die endgültigen Zahlen des Geschäftsjahres 2010 will Conti am 3. März bekanntgeben.

Das Reifengeschäft erwies sich im vergangenen Jahr einmal mehr als verlässliche Einnahmequelle. Mit mehr als 20 Millionen verkauften Winterreifen weltweit fuhr Conti nach eigenen Angaben einen neuen Rekord ein.

Einen Etappensieg konnte Conti bei seiner schwächelnden Antriebssparte Powertrain vermelden. Sowohl im Schlussquartal als auch im Gesamtjahr 2010 habe die Division die Gewinnschwelle überschritten, erklärte der Vorstandsvorsitzende Elmar Degenhart. 2011 soll die Sparte, in der ein Großteil der 2007 übernommenen Siemens VDO aufging, beim bereinigten operativen Ergebnis schwarze Zahlen schreiben.

Früheren Angaben zufolge sollen auch unter dem Strich nach zwei Jahren mit Milliardenverlusten wieder schwarze Zahlen stehen. Das Ergebnis könne wegen unerwartet hoher Zahlungen an das Finanzamt etwa durch steuerlich nicht verrechenbarer Verluste in den USA und Deutschland mit Gewinnen in China oder Brasilien nicht mit der guten Geschäftsentwicklung mithalten, hatte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer im Interview mit Dow Jones Newswires gesagt. Conti rechnet nach Abzug von rund 50% Steuern mit einem Gewinn von lediglich 400 Mio Euro nach einem Verlust von 1,5 Mrd Euro im Vorjahr.

An der Börse sorgten die Eckzahlen für Kauflaune: Die Continental-Aktie kletterte am Nachmittag um 4,6% auf 61,17 Euro.