Der Autozulieferer Continental investiert deutlich mehr als eine halbe Milliarde Euro in neue Reifenwerke.

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Dies hat der Vorstandsvorsitzende Elmar Degenhart in einem Interview mit der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” angekündigt. “Im Reifenbereich hätten wir in den vergangenen fünf Jahren mehr investieren sollen, das holen wir jetzt nach”, sagte der Conti-Chef. “Wir verdoppeln die Kapzitaten in Brasilien, China fährt im nächsten Jahr hoch. Außerdem diskutieren wir eine Kooperation in Indien, denken über eine eigene Produktion in Russland nach”, sagte der Conti-Chef. Die Investition dieser “bedeutenden Summen” bedeuten laut Degenhart das Ende aller Abspaltungsfantasien fur die Reifensparte: “Die Reifen gehören langfristig zu Continental. Alles andere wäre ein Fehler.” Auch Familie Schaeffler als Großaktionar wisse inzwischen, “was für eine Perle die Gummisparte darstellt”, sagte der Conti-Chef.

Eine Verschmelzung von Conti und Schaeffler werde “frühestens Ende 2011″ vonstatten gehen, sagte Degenhart. “Das hängt von den Begebenheiten bei Schaeffler ab, es spielen allerlei rechtliche Fragen eine Rolle.” Schlimm wäre eine Verzögerung oder gar ein Platzen der Fusion nicht, sagte der Conti-Chef.

Für das laufende Jahr verstärkte der Conti-Chef seinen Optimismus: “Was sich jetzt abspielt, hat die ganze Industrie Anfang des Jahres noch nicht zu hoffen gewagt.” Das mehrfach nach oben korrgierte Umsatzziel (mindestens 15 Prozent mehr als 2009) könnte Continental deshalb womöglich nochmals anheben. “Die Zahl ist sicher konservativ”, sagte Degenhart. “Mehr verraten wir Anfang November mit den Ergebnissen fürs drittel Quartal.” Auch beim Gewinn werde der Konzern “eher das obere Ende unseres Zielkorridors erreichen”, kündigte Degenhart an. Getrieben wird das Wachstum von den Schwellenlandern: “In China wachsen wir zwischen 50 und 60 Prozent”, sagte der Conti-Chef der Zeitung.