HANNOVER (Dow Jones/rm). Zu einem Zinssatz von 8,75% wollen die Hannoveraner nun 750 Mio EUR einsammeln, um ihren Milliarden-Schuldenberg weiter abzubauen, wie der MDAX-Konzern am Montag nach einer Werbetour bei potentiellen Anlegern mitteilte und damit Informationen von Dow Jones Newswires bestätigte.

Die Verzinsung liegt am unterem Ende der avisierten Zinsspanne von 8,75% bis 9%. Mit dem Anleihevolumen liegt Conti deutlich über dem ursprünglich geplanten Gesamtwert von mindestens einer halben Milliarde Euro. In frühestens fünf Jahren will Conti das geliehene Geld zurückzahlen. Ein Bankenkonsortium unter Führung der Citi und Royal Bank of Scotland ist mit der Investorensuche beauftragt.

Das Geld wollen die Hannoveraner einsetzen, um einen Teil ihrer Kredite aus dem Kauf der ehemaligen Siemens-VDO aus dem Jahr 2007 zurückzuzahlen. Ende März stand Conti mit gut 8 Mrd EUR bei den Banken in der Kreide. Vorstandsvorsitzender Elmar Degenhart will den Schuldenberg bis zum Jahresende auf 7,8 Mrd EUR abschmelzen. Die Geldhäuser hatten darauf gedrungen, einen Teil der Darlehen durch eine Anleihe abzulösen.

Die Anleihe ist die dritte Säule in der finanziellen Neuaufstellung des Konzerns. Ende vergangenen Jahres hatte Conti von den Banken eine Finanzspritze und mehr Zeit für die Rückzahlung eines milliardenschweren Großkredites bis August 2012 bekommen. Dann werden auf einen Schlag rund 7,5 Mrd EUR fällig. Zu Jahresbeginn spülte eine Kapitalerhöhung gut eine Milliarde Euro in die Kassen des Konzerns.

Die nun angekündigte Anleihe war lange geplant: Im Prospekt für die Kapitalerhöhung vom Januar war bereits die Platzierung einer Hochzinsanleihe im ersten Halbjahr angekündigt worden. Befürchtungen über Staatspleiten in Europa haben die Ausgabe von Anleihen seit dem Frühjahr allerdings erheblich erschwert. Deshalb hatte das Conti-Management stets betont, keine Eile zu haben und nach dem richtigen Zeitpunkt gesucht.