Im Hause Conti rumort es: Die Angestellten fordern Informationen zum geplanten Konzernumbau

Im Hause Conti rumort es: Die Angestellten fordern Informationen zum geplanten Konzernumbau. - Bild: Contoinental

Das Treffen sei auf Wunsch der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat zustandegekommen, sagte Hell der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Belegschaft sei verunsichert und wollte vom Vorstand über den Stand der Pläne aus erster Hand informiert werden.

Anfang März werde es zudem ein Treffen zwischen dem Conti-Vorstand und dem Konzernbetriebsrat geben. "Conti wird sich bei dem Wachstumstempo verändern. Die Frage wird sein, 'wie' und 'wann'. Und: Macht es Sinn, überzeugt uns der Vorstand," sagte Hell. Wenn es zu Veränderungen komme, werde der "Wertmaßstab" sein, wie die Mitarbeiter dabei abschneiden.

"Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Continental AG haben gebeten, in einer Aufsichtsratssitzung über den aktuellen Stand der Analyse zu beraten. Diese Sitzung hat heute in Hannover stattgefunden", sagte ein Conti-Sprecher. Er betonte: "Entscheidungsreife Pläne liegen weiterhin noch nicht vor und waren daher auch nicht Gegenstand der Sitzung." Was bei der Sitzung des Kontrollgremiums genau besprochen wurde, wollte er nicht sagen.

Zweiklassengesellschaft befürchtet

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat befürchteten laut "FAZ" keine unmittelbaren Einschnitte zu Lasten der Mitarbeiter, wenn der Vorstand die Strukturen erneuert. Sie sähen aber die Gefahr, dass im Konzern eine Zweiklassengesellschaft entsteht, sollte Conti in "alte" Verbrennungstechnik und zukunftsfähige Elektro- und Digitalgeschäfte aufgeteilt werden, was offenbar eine von mehreren Möglichkeiten ist. Spekuliert wurde zudem über eine Abspaltung der profitablen Reifensparte, seit Jahren der Gewinnbringer im Unternehmen.

Besonders im Blick steht laut "FAZ" die Division Powertrain, eine Untergruppe der Autozuliefersparte des Dax-Konzerns. Vor einigen Monaten seien Gespräche über einen Zusammenschluss dieser Abteilung mit der Antriebssparte des Wettbewerbers Delphi gescheitert, schrieb die Zeitung. Daher brauche das Geschäft, das vor allem Komponenten für Dieselmotoren und Benziner herstellt, in Zukunft aber verstärkt auf E-Mobilität setzen muss, neue Perspektiven.

Conti hatte sich im vergangenen Frühjahr zunächst dazu entschieden, die Sparte mit Teilen rund um den Antriebsstrang im eigenen Haus zu behalten. Wettbewerber wie Delphi und Autoliv spalten sich bereits auf und trennen ihre Technologie-Sparten vom althergebrachten Geschäft. Die Hannoveraner versprechen sich aber von der Antriebssparte noch viele Jahre ordentliche Geldzuflüsse - bei geringeren Investitionen.

Zu weit verzweigt?

Eine weitere offene Frage ist, wie schnell ein Konzernumbau über die Bühne gehen könnte. Gerüchten zufolge dringt der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Reitzle darauf, möglichst noch 2018 erste Tochtergesellschaften an die Börse zu bringen, schreibt die "FAZ". Doch werde im Konzern bezweifelt, dass es so schnell geht. "Sollten wir uns für Börsengänge entscheiden, müssen Bewertungsgutachten und Wertpapierprospekte erstellt werden, das dauert seine Zeit", sagte ein Beteiligter der Zeitung. Conti-Finanzchef Wolfgang Schäfer hatte dem "Handelsblatt" im Januar gesagt, die Öffentlichkeit könne im kommenden halben Jahr mit Neuigkeiten rechnen.

Hinter den Planspielen steht auch die Frage, ob Continental zu weit verzweigt ist. Der Zulieferer steht wie alle Konkurrenten unter hohem Wettbewerbsdruck. "Wir müssen überlegen, ob wir uns in Zukunft noch leisten können, auf so vielen Feldern unterwegs zu sein wie heute", heißt es laut "FAZ" im Umfeld des Aufsichtsrats. Conti produziert Mechanik, Digitaltechnik und Software für Autos, außerdem Reifen und andere Gummiprodukte.

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