STUTTGART (DJ/gk). Der Automobilkonzern Daimler hat eine ehemalige Verfassungsrichterin als Anti-Korruptionsbeautragte in den Vorstand berufen und den Vertrag mit seinem Finanzvorstand vorzeitig verlängert. Christine Hohmann-Dennhardt solle das neu geschaffene Führungsressort “Integrität und Recht” übernehmen, erklärten die Stuttgarter nach einer Sitzung des Aufsichtsrates. Zudem hat das Gremium den Vertrag von Bodo Uebber bis zum 31. Dezember 2014 verlängert.

Eigentlich wäre der Kontrakt des Managers im Dezember 2011 ausgelaufen. Uebber ist seit dem 16. Dezember 2003 Vorstandsmitglied der Daimler AG und in dieser Funktion seit Mitte Dezember 2004 verantwortlich für Controlling & Finanzen. Darüber hinaus ist er Chairman des Board of Directors des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS.

Das neue Vorstandsressort “Integrität und Recht” hatte Daimler Ende vergangenen Jahres nach der Korruptionsaffäre geschaffen und holt mit Hohmann-Dennhardt nun die erste Frau in das oberste Führungsgremium des DAX-Konzerns. Die Amtszeit der 60-Jährigen beim Bundesverfassungsgericht lief Ende Januar ab.

Anfang April vergangenen Jahres hatte sich Daimler mit der US-Börsenaufsicht SEC geeinigt, insgesamt 185 Mio USD zu zahlen, weil Mitarbeiter über zehn Jahre hinweg Regierungsbeamte bestochen hatten, um an lukrative Aufträge zu kommen. Der Autobauer steht nun drei Jahre unter Aufsicht des ehemaligen FBI-Chefs Louis Freeh. Der Konzern selbst hatte Freeh Ende 2006 als externen Berater verpflichtet, um bei der Aufarbeitung der Schmiergeld-Affäre zu helfen. Doch selbst danach kam es nach Ansicht der US-Ermittler zu weiteren Bestechungen ausländischer Beamter.