Daimlers Betriebsratschef Michael Brecht

Daimlers Betriebsratschef Michael Brecht. - Bild: Daimler

„Ich befürchte, dass die Unternehmen ihre Lieferketten auf den Prüfstand stellen und weitere Umfänge nach Osteuropa verlagern, um die höheren Kosten für die Elektromobilität auszugleichen“, sagte Michael Brecht der „Automobilwoche“. „Unter diesen Bedingungen wird es immer schwerer, die Beschäftigung hier in Deutschland zu halten.“ Die genauen Folgen für Arbeitsplätze in seinem Unternehmen seien aber noch unklar.

IG Metall sorgt sich um viele der 820.000 Jobs der deutschen Autoindustrie

Die Entscheidung war am Dienstag gefallen. Autoverbände wie der VDA warnten davor, die Branche zu überfordern. Flankiert werden die Einschätzungen der Verbände von der IG Metall, die sich um viele der rund 820 000 Jobs der deutschen Autoindustrie sorgt. VW-Chef Herbert Diess kündigte ein noch weitergehendes Umbauprogramm für seinen Konzern an. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh nannte das Ziel eine „enorme Belastung und Herausforderung“ für die Beschäftigten und forderte Unterstützung durch die Politik.

Brecht, der bei Daimler auch im Aufsichtsrat sitzt, sagte der „Automobilwoche“, man versuche, die EU-Regeln über optimierte Verbrennungsmotoren, Hybridfahrzeuge und reine Elektroautos zu erreichen. Es gebe aber ungelöste Fragen - etwa die zur konkreten Zeitspanne: „Mit der Vorgabe einer Reduzierung von 37,5 Prozent von 2021 bis 2030 wird ein extremer Anspannungsgrad aufgebaut. Mich ärgert, dass der mögliche Verlust von Arbeitsplätzen in der politischen Debatte überhaupt keine Rolle mehr spielt.“

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