Michael Brecht: "Das 10-Prozent-Ziel ist keine Zahl, die ich als Gesamtbetriebsratsvorsitzender in

Michael Brecht: "Das 10-Prozent-Ziel ist keine Zahl, die ich als Gesamtbetriebsratsvorsitzender in den Mund nehme." - Bild: Daimler

Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht stellt sich gegen zu übertriebenes Gewinndenken. Für Brecht braucht es keine zweistellige Rendite in der Pkw-Sparte, um die Arbeit der Sparte als erfolgreich zu bezeichnen.

“Das 10-Prozent-Ziel ist keine Zahl, die ich als Gesamtbetriebsratsvorsitzender in den Mund nehme”, sagte Brecht auf einem Pressegespräch in Stuttgart. Diese Zielvorgabe komme nicht von ihm.

Klare Zielvorgabe: 10 Prozent

Ende des Jahrzehnts will Daimler mit Mercedes-Benz Cars zum größten Premiumhersteller der Welt aufsteigen und damit an den Konkurrenten BMW und Audi vorbeiziehen. Mittelfristig soll dabei in der Pkw-Sparte eine Rendite von 10 Prozent erwirtschaftet werden, heißt es in der Strategie 2020 des Dax-Konzerns. Vorstandschef Dieter Zetsche hatte erst jüngst auf der Bilanzpressekonferenz einmal mehr das Erreichen des Rendite-Ziels bekräftigt, ohne jedoch einen Zeitpunkt zu nennen.

“Ja, es braucht eine Rendite”, schränkte jetzt Betriebsratschef Brecht ein. Aber die erzielte Rendite müsse sowohl mit Investitionen in Produktionsstätten und Modelle als auch mit den Ansprüchen von Mitarbeitern und Anteilseignern vereinbar sein. “Wir können auch mit weniger leben”, sagte Brecht mit Blick auf das vergangene Geschäftsjahr.

Denn 2014 habe der Konzern neue Bestwerte bei Absatz und operativem Gewinn verzeichnet. Investoren und Mitarbeiter sollen eine Ergebnisbeteiligung in Rekordhöhe erhalten. Dabei war die Umsatzrendite in der Pkw-Sparte zwar auch gestiegen, blieb jedoch mit 8,0 Prozent hinter dem mittelfristigen Ziel.

Auch ins aktuelle Jahr sei man gut gestartet. “Derzeit läuft es wirtschaftlich hervorragend”, betonte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende. An vielen Standorten arbeiteten die Beschäftigten quasi rund um die Uhr, sagte er weiter.

“Wir wehren uns nicht gegen Effizienz”, betonte Brecht, aber es müsse sehr genau geschaut werden, wie die Verbesserungen sinnvoll erreicht werden könnten. Es gehe dabei nicht nur um Einsparungen, sondern auch um vermiedene Kosten. “Dafür ist aber kein neues Sparprogramm nötig”, sagte er mit Blick auf das von Konzernlenker Dieter Zetsche angekündigte Programm “Next Stage”. Denn die deutschen Werke müssten ihre Produktivität jährlich um 2 bis 3 Prozent steigern. “Das ist jedoch keine Zahl, die uns erschreckt.”

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke