Dieter Zetsche

Dieter Zetsche: "Ein Defeat Device, sprich eine Funktion, die die Wirksamkeit der Abgasnachbehandlung unzulässig einschränkt, kommt bei Mercedes-Benz nicht zum Einsatz." - Bild: Daimler

Im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" bekräftigte Zetsche die Aussage des Stuttgarter DAX-Konzerns, dass dort keine Manipulationen an Fahrzeugen vorgenommen werden.

"Wir halten uns grundsätzlich an die gesetzlichen Vorgaben", sagte Zetsche. "Ein Defeat Device, sprich eine Funktion, die die Wirksamkeit der Abgasnachbehandlung unzulässig einschränkt, kommt bei Mercedes-Benz nicht zum Einsatz." Ein Konzernchef könne zwar nicht alle Details kennen, sagte Zetsche weiter, aber er sei in alle Entwicklungsprojekte eingebunden.

In den vergangenen Tagen hatten sich Daimler sowie Konkurrent BMW bereits gegen entsprechende Vorwürfe zu Wehr setzen müssen. Auslöser der Diskussion war der Skandal um Abgasmanipulationen bei Volkswagen: Der Wolfsburger Konzern hatte nach vergangenen Sonntag zugegeben, die Steuerungssoftware bestimmter Dieselmotoren so konzipiert zu haben, dass sie bei Abgastests den wahren Schadstoffausstoß verschleiert.

In dem Interview ging Zetsche zudem auf den weit verbreiteten Eindruck in der Bevölkerung ein, dass die Verbrauchsangaben der Autohersteller immer geschönt seien. "Das stimmt so nicht", sagte Zetsche. "Vom Gesetzgeber vorgeschriebene Tests unter Laborbedingungen sehen immer ein wenig anders aus und können nur einen Ausschnitt aus dem Realbetrieb abbilden." Die sei der Grund, warum ein Auto im Alltag mehr Sprit verbrauche als vom Hersteller angegeben.