Toray Industries, Inc. und der deutsche Premiumautomobilhersteller Daimler AG bei der Unterzeichnung

Toray Industries, Inc. und der deutsche Premiumautomobilhersteller Daimler AG bei der Unterzeichnung eines gemeinsamen Joint Ventures für die Herstellung und Vermarktung von Automobilteilen aus carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK, Bild: Daimler).

Der Automobilhersteller Daimler gründet ein Karbonfaser-Joint-Venture mit dem japanischen Entwicklungspartner Toray Industries. Das Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen tdb soll im ersten Quartal gegründet werden und in Esslingen bei Stuttgart ansässig sein.

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–In das Joint Venture sollen insgesamt 825.000 Euro eingebracht werden, wobei Daimler 44,9% der Anteile an dem gemeinsamen Unternehmen halten wird. tdb soll Automobilteile aus karbonfaserverstärkten Kunststoffen herstellen und vermarkten.
Bereits im Frühjahr 2010 hatten sich der Stuttgarter DAX-Konzern und die Japaner zusammengetan, um leichte Teile für Mercedes-Benz-Autos zu entwickeln. Bereits seinerzeit hieß es, dass die Gründung ein Gemeinschaftsunternehmens eine Option sei.
Durch den Einsatz von karbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK) kann das Gewicht von Autos reduziert werden, wodurch der Kraftstoffverbrauch und die Emissionswerte sinken. Die Daimler-Luxusautotochter Mercedes-Benz will in den neuen Fahrzeuggenerationen das Gewicht der Rohkarosserien im Vergleich zu den Vorgängermodellen um bis zu ein Zehntel senken.

Auch und gerade bei alternativen Antriebstechnologien ist das Karosseriegewicht bedeutend, da der Antriebsstrang beispielsweise bei Elektro-Fahrzeugen deutlich schwerer als bei Autos mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren ist. Das Gewicht ist neben der Batteriekapazität der zweite reichweitenlimitierende Faktor bei strombetriebenen Autos. Durch den Einsatz von Leichtbau-Komponenten kann dieser Problematik zumindest teilweise entgegengesteuert werden.

Anders als Konkurrent BMW, der bei leichten, hitze- und korrosionsbeständigen Kohlenstofffasern mit dem Wiesbadener Spezialisten SGL Carbon kooperiert, wird Daimler aber zumindest erstmal noch keine kompletten Karosserien, sondern lediglich CFK-Einzelteile herstellen. Die Option der Ausweitung halte man sich aber für später offen, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag. Die Münchener BMW AG investierte gemeinsam mit SGL Carbon 100 Mio Euro in den Bau eines Karbonfaserwerks in Moses Lake im US-Bundesstaat Washington.