Das Mercedes-Benz Werk in Tuscaloosa, Alabama, wird kräftig ausgebaut (Bild: Daimler).

Das Mercedes-Benz Werk in Tuscaloosa, Alabama, wird kräftig ausgebaut (Bild: Daimler).

STUTTGART/TUSCALOOSA (Dow Jones/ks)–Insgesamt wird der DAX-Konzern damit zwischen 2010 und 2014 rund 2,4 Mrd Dollar in das Werk stecken und 1.400 neue Arbeitsplätze schaffen. Im Juli hatte Daimler Investitionen von mehr als 2 Mrd Dollar angekündigt. Bereits seinerzeit verkündeten die Schwaben offiziell, dort künftig eine neue Mercedes-Benz-Baureihe als fünftes Produkt vom Band rollen zu lassen. Die Montage soll 2015 starten.

Bislang ist das Werk mit seinen rund 2.800 Mitarbeitern der traditionelle Standort der SUV-Fertigung mit den Baureihen der M-, GL- und R-Klasse und wird ab 2014 auch die C-Klasse für den nordamerikanischen Markt produzieren. Im Jahr 2010 wurden dort insgesamt gut 125.000 SUVs mit dem Stern auf der Kühlerhaube hergestellt.

Vorstandschef Dieter Zetsche erklärte, das neue Modell sei ein wichtiger Baustein der Wachstumsstrategie. “Es ist eines der zehn zusätzlichen Modelle, die wir allein in den nächsten vier Jahren über alle Segmente hinweg einführen.” Zetsche will Mercedes-Benz bis 2020 zum Marktführer bei Premiumautos machen. Ohne ein genaues Absatzziel zu nennen, kündigte der Manager unlängst an, bis dahin Branchenprimus BMW und der VW-Tochter Audi den Rang ablaufen zu wollen. Die beiden Konkurrenten wollen bis 2020 2 Mio Wagen oder sogar mehr verkaufen.

Mit der Ausweitung der Kapazitäten in den USA folgt Daimler einem Trend: Die deutschen Automobilhersteller versuchen zusehends, die lokale Wertschöpfung im Ausland zu steigern, um sich auf natürliche Weise gegen Wechselkursschwankungen abzusichern und Transportkosten gering zu halten. Mercedes-Benz ist im Premiumsegment in den USA Marktführer, liefert sich in diesem Jahr allerdings ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit BMW. In den ersten neuen Monaten 2011 verkaufte Mercedes-Benz etwa 182.500 Autos in dem Land, gut ein Zehntel mehr als 2010.

Auch in der Lkw-Sparte sollen die US-Kapazitäten erweitert werden. In einer weiteren Mitteilung kündigte der weltgrößte Lastwagen-Hersteller am Freitag an, im Werk in Portland im Bundesstaat Oregon eine zweite Schicht für schwere Lkw der Marke Western Star einzuführen. Dafür werden bis Ende 2012 rund 350 neue Arbeitsplätze geschaffen, das Gros in der Produktion. Bereits im Juni hatte Daimler verkündet, die Belegschaft an den Lkw-Produktionsstandorten in den USA und Mexiko um rund 2.700 Mitarbeiter aufzustocken.

Hintergrund ist auch hier die gute Nachfragesituation. Von Januar bis August legten die Lkw-Verkäufe von Daimler in den USA und Kanada um über die Hälfte zu. Auch die Auftragseingänge entwickeln sich aktuell weiter positiv. “Wir versprechen uns für das kommende Jahr weiteres Wachstum”, sagte der Chef der Daimler-Lkw-Sparte, Andreas Renschler.