Daimler hat Berichte über eine unmittelbar bevorstehende Kooperation mit dem japanischen Automobilhersteller Toyota bei Hybridantrieben zurückgewiesen.

PARIS (Dow Jones/ks)–Vielmehr liege der Fokus auf der Allianz mit Renault und Nissan, sagte Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche am Donnerstag am Rande des Pariser Autosalons. Auch den Spekulationen über eine Übernahme der Industriesparte von Fiat erteilte Zetsche eine Absage.

Daimler, Renault und Nissan könnten ihre Allianz auf Elektrofahrzeuge ausweiten, sagte Zetsche. Zudem habe Daimler eine Anfrage von Nissan erhalten, die Plattform der Mercedes-Benz A- und B-Klasse-Modelle nutzen zu dürfen. Dies werde derzeit geprüft, sagte Zetsche.

Im April hatten Daimler und Renault-Nissan eine Allianz besiegelt. Gemeinsam mit der französischen Renault und deren japanischen Partner Nissan wollen die Stuttgarter profitabel Kleinwagen bauen. Unter anderem will Daimler von Renault-Nissan künftig Motoren für seine kleineren Modelle beziehen, während Daimler im Gegenzug große Benzin- und Dieselmotoren für Nissans Luxusmarke Infiniti liefern soll.

Zetsche bestätigte, dass der DAX-Konzern in den vergangenen Jahren mit Toyota Gespräche über verschiedene Themen geführt hat, die jedoch zu keinen konkreten Resultaten führten. Die Kooperation mit Nissan mache eine Zusammenarbeit mit einem anderen japanischen Automobilhersteller kompliziert. Deshalb sei eine Kooperation mit Toyota “in absehbarer Zukunft” auch nicht zu erwarten. In diesem Monat hatte es einen Medienbericht in Japan gegeben, wonach Daimler den Einkauf verschiedener Hybridtechnologie-Teile von Toyota kaufen wolle.

Auch den jüngsten Spekulationen, sein Konzern sei an einer Übernahme der Fiat-Lkw-Tochter Iveco interessiert, erteilte Zetsche erneut eine Absage. “Es gibt keine Gespräche mit Fiat”, sagte er. In der vergangenen Woche hatte es in den Medien geheißen, Daimler habe ein Vorangebot über 9 Mrd Euro für die Industriesparte der Italiener vorgelegt, zu der neben Iveco auch die Land- und Baumaschinensparte CNH gehört. Aus Stuttgart folgte jedoch umgehend ein Dementi.

Zetsche schloss einen Deal im Nutzfahrzeugsegment jedoch nicht vollständig aus, sofern sich eine Chance ergeben sollte. Allerdings betonte der Daimler-Vorstandsvorsitzende, dass Daimler bereits der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller sei.

Zur Gewinnprognose sagte Zetsche, diese habe “nach wie vor Gültigkeit”. Da sich die Wirtschaft und mit ihr die Nachfrage nach Luxusautos und Lkw schneller und deutlicher erholte als erwartet, hob Daimler bereits zwei Mal die Prognose für das Gesamtjahr an. Inzwischen will der Konzern deutlich mehr einnehmen als 2009 und vor Zinsen und Steuern einen Gewinn (EBIT) von 6 Mrd Euro einfahren. Zuletzt hatten die Schwaben nach einem Verlust von 1,5 Mrd Euro im Vorjahr gut 4 Mrd Euro für realistisch gehalten, zu Jahresbeginn sogar nur 2,3 Mrd Euro.

Den größten Teil des operativen Gewinns soll mit 4 Mrd Euro die Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars mit den Marken Mercedes-Benz, smart, Maybach und AMG beisteuern. In den ersten acht Monaten hatte Daimler dank des anhaltenden Nachfragebooms in China und der Erholung des US-Marktes mit gut 800.000 fast 13% mehr Autos verkauft als im schwachen Vorjahreszeitraum. Vor allem die profitträchtigen Oberklassemodelle der E- und S-Klasse liefen gut.

Analysten zitierten am Mittwoch Aussagen von Joachim Schmidt – Vetriebschef bei Mercedes Benz – während einer Investorenkonferenz mit den Worten, er sei optimistisch, dass Mercedes Benz das Gewinnziel übertreffen könnte. Der Daimler-Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche sagte aber, Joachim Schmidt sei auf der Veranstaltung falsch zitiert worden.