Daimler will die Produktion von Motoren, Getrieben, Achsen und Komponenten im Werk Untertürkheim

Daimler will die Produktion von Motoren, Getrieben, Achsen und Komponenten im Werk Untertürkheim neu ausgerichten und die Kapazitäten ausbauen. Zudem wird das Werk das Motorenportfolio um zwei neue Benzinaggregate sowie einen neuen Vierzylinder-Dieselmotor erweitern. - Bild: Daimler

Bis Ende des Jahrzehnts sollen sich durch die Vereinbarung die Kosten im dreistelligen Millionenbereich reduzieren, heißt es in einer Mittelung des Unternehmens.

Die Produktion von Motoren, Getrieben, Achsen und Komponenten des Werks Untertürkheim werde neu ausgerichtet und die Kapazitäten ausgebaut, hieß es weiter. Das Werk werde das Motorenportfolio um zwei neue Benzinaggregate sowie einen neuen Vierzylinder-Dieselmotor erweitern. Bei den Getrieben werde sich Untertürkheim dagegen ausschließlich auf die Produktion von Heckautomatikgetrieben konzentrieren und in den kommenden Jahren zusätzliche Montagelinien aufbauen.

Neuausrichtung der Produktion

Im Kern gehe es darum, wichtige Produkte und sogenannte Fertigungsumfänge weiter selbst herzustellen und andere Aufgaben an Zulieferer zu vergeben. Vor einigen Monaten hatte es beispielsweise Diskussionen gegeben, Daimler plane womöglich, sich von der unternehmenseigenen Gießerei sowie der Schmiede zu trennen. Dazu ist es nun jedoch nicht gekommen. Denn die Gießerei in Esslingen-Mettingen und die Schmiede in Untertürkheim blieben weiter “integraler Bestandteil” des Werks, wie es in der Mitteilung heißt.

Zudem werde das Werk ab Juni die Produktion von Brennstoffzellen-Systemen am Standort Nabern verantworten. “Damit erhält das Werk in den nächsten Jahren Investitionen in Milliardenhöhe für die Neuausrichtung und Modernisierung unserer Fertigung”, sagte der Standortverantwortliche für das Werk Untertürkheim, Peter Schabert.

Der Stuttgarter Autokonzern ist seit Monaten in Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern, um für die deutschen Werke sogenannte Zukunftsbilder, also Maßnahmenpakete, zu erarbeiten. Im vergangenen Sommer wurde beispielsweise für das Pkw-Werk in Sindelfingen angekündigt, bis 2020 rund 1,5 Milliarden Euro zu investieren. Zudem wurde damals die Montage eines neuen Modells zugesichert. Im Gegenzug hatte man sich mit der Arbeitnehmervertretung auf Kostenentlastungen in dreistelliger Millionenhöhe geeinigt.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke