HANNOVER (Dow Jones/ks)–Von Januar bis August habe Daimler ein Drittel mehr Lkw verkauft als im Vorjahr. Bestellt hätten die Kunden in der Zeit sogar 65% mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahlen stimmten ihn optimistisch, sagte Renschler. Nachdem sich die Weltwirtschaft überraschend schnell erholt hat und die Bänder vor allem bei den Luxusherstellern wieder auf Hochtouren laufen, will Daimler im Gesamtjahr deutlich mehr einnehmen und vor Zinsen und Steuern einen Gewinn (EBIT) von 6 Mrd Euro einfahren. Nachdem sich auch die Nachfrage nach Lkw in Indonesien, USA, Brasilien und Europa wieder erholt, soll die Nutzfahrzeug-Sparte 1 Mrd Euro zum Gesamtergebnis beitragen.
Renschler will dabei von Wachstumsmärkten profitieren. Die Stuttgarter haben kürzlich ihren Anteil am russischen Hersteller Kamaz auf 11% aufgestockt.
In China steuern die Schwaben auf ein neues Rekordjahr zu. Hatten sie im vergangenen Jahr noch rund 1.700 Mercedes-Benz Lkw in China verkauft, sollen es im laufenden Jahr mehr als 2.800 werden – so viele wie nie zuvor.
Nach jahrelangen Verhandlungen und zahlreichen Rückschlägen darf Euroopas größter Nutzfahrzeughersteller in der Volksrepublik demnächst auch Lkw bauen. Die chinesische Regierung hatte die bereits vor zwei Jahren vereinbarte Koproduktion mit dem chinesischen Hersteller Beiqi Foton Motor vor wenigen Wochen genehmigt. Foton baut gerade eine zweite Lastwagenfabrik bei Peking. Gemeinsam wollen die Deutschen und die Chinesen mehr als 100.000 schwere und mittelschwere Lastwagen der Marke Auman verkaufen. Dafür plant Daimler den Bau eines Lkw-Motorenwerks in Peking auf dem Gelände von Foton.
In Indien sollte der Motorradhersteller Hero den Türöffner für Daimler spielen. Der Partner sprang jedoch 2009 ab, so dass Daimler nun alleine vorankommen muss.
In Brasilien nutzt Daimler auch eine unausgelastete Pkw-Fabrik, um die Produktion seines Flaggschiffs Mercedes-Benz Actros hochzufahren.