Im vergangenen Jahr hat Daimler insgesamt 1,9 Mio Fahrzeuge abgesetzt. Das aufgrund der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise sehr niedrige Vorjahresniveau wurde damit um 22% übertroffen. Der Konzernumsatz stieg um 24% auf 97,8 Mrd Euro.

Gunnar Knüpffer

STUTTGART. Daimler steigert das Vorsteuerergebnis rasant.  Im Geschäftsjahr 2010 wurde ein EBIT von 7, 274 (im Vorjahr -1,513) Mrd Euro erwirtschaftet.  „Daimler hat im vergangenen Jahr ein glänzendes Comeback hingelegt“, sagte Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars. „Unser Ziel ist nun, das erreichte Erfolgsniveau nachhaltig zu sichern und wo immer möglich weiter zu steigern.”
 Auf der Basis der aktuellen Einschätzungen erwartet Daimler im Jahr 2011 ein EBIT aus dem laufenden Geschäft, das deutlich über dem Niveau des Jahres 2010 liegt.  Nachdem das Jahr 2009 noch stark von der Finanz- und Wirtschaftskrise beeinflusst war, entwickele sich das operative Ergebnis im Jahr 2010 in allen Geschäftsfeldern deutlich erfreulicher als noch zu Jahresbeginn erwartet, teilte Daimler mit. Hierzu würden die allgemeine Markterholung und insbesondere die attraktive Produktpalette sowie die realisierten Effizienzsteigerungen beitragen. Gegenläufig wirkten unter anderem gestiegene Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen im operativen Ergebnis.
 Die positive EBIT-Entwicklung führte zu einer signifikanten Verbesserung des Konzernergebnisses auf 4,674 (i. V. -2,644) Mrd Euro. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich entsprechend auf 4,28 Euro (i. V. -2,63 Euro). Nachdem Daimler im vergangenen Jahr auf die Ausschüttung einer Dividende verzichtete, sollen nun mehr als 40% des auf die Daimler-Aktionäre entfallenden Konzernergebnisses ausgeschüttet werden. Auf dieser Basis haben Vorstand und Aufsichtsrat entschieden, der Hauptversammlung am 13. April 2011 die Ausschüttung einer Dividende von 1,85 Euro pro Aktie vorzuschlagen. Dies entspricht einer Ausschüttungssumme von 1,971 Mrd Euro.
 Im vergangenen Jahr hat Daimler insgesamt 1,9 Mio. Fahrzeuge abgesetzt. Das aufgrund der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise sehr niedrige Vorjahresniveau wurde damit um 22% übertroffen. Der Konzernumsatz stieg um 24% auf 97,8 Mrd Euro; bereinigt um Wechselkurseffekte war das ein Zuwachs um 19%.
 Der Free Cash Flow aus dem Industriegeschäft erhöhte sich 2010 deutlich um 2,7 Mrd Euroauf 5,4 Mrd Euro. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts um 4,7 Mrd Euro auf 11,9 Mrd Euro.
 Durch die gestiegene Nachfrage hat sich die Zahl der Beschäftigten leicht erhöht. Am 31. Dezember 2010 beschäftigte das Unternehmen weltweit 260100 (i. V. 256407) Mitarbeiter. Davon waren 164026 (i. V. 162565) in Deutschland tätig. Die Zahl der Auszubildenden belief sich auf 8841 (i. V. 9151).
 Aufgrund der sehr guten Ergebnisentwicklung haben Vorstand und Gesamtbetriebsrat vereinbart, die besonderen Leistungen des Jahres 2010 mit einer Ergebnisbeteiligung von 3150 Euro pro anspruchsberechtigtem Mitarbeiter der Daimler AG zu honorieren. Im Jubiläumsjahr der Erfindung des Automobils erhalten die Mitarbeiter außerdem einen Sonderbonus, gestaffelt nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit, von bis zu 1000 Euro.
 Daimler hat im vergangenen Jahr die Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf 4,8 (i. V. 4,2) Mrd Euro erhöht.
 Insgesamt lagen die Forschungs- und Entwicklungsleistungen bei Mercedes-Benz Cars bei 3,1 (i. V. 2,7) Mrd Euro, Daimler Trucks hat 1,3 (i. V. 1,1) Mrd Euro für Forschung und Entwicklung aufgebracht. Schwerpunkte der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten waren neue, besonders kraftstoffeffiziente und umweltschonende Antriebstechnologien. Es ging dabei um die Optimierung konventioneller Antriebstechnologien, um weitere Effizienzsteigerung durch die Hybridisierung und um Elektroautos mit Brennstoffzelle und Batterie. Ein weiterer Schwerpunkt waren neue Sicherheitstechnologien.
 Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich auf 3,7 (i. V. 2,4)  Mrd Euro. Im Mittelpunkt standen dabei Investitionen in neue Fahrzeugmodelle und neue Antriebssysteme. Vom gesamten Investitionsvolumen entfielen 2,1 Mrd Euro auf Deutschland.