Bei der Entwicklung neuer Technologien setzt Daimler verstärkt auf Partner. Automobilhersteller müssten derzeit die doppelte Herausforderung meistern, sagte der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche auf dem Jahreskongress der europäischen Automobilhersteller und Zulieferer “Automobil Forum Stuttgart”.

LUDWIGSBURG (Dow Jones/ks)–Ausgereifte Technologien wie den Verbrennungsmotor ständig zu verbessern, “obwohl wir wissen, dass wir sie langfristig abschaffen werden” und gleichzeitig auf neue Technologien wie Elektro- oder Brennstoffzellenautos umzustellen, die “zwar viel kosten, aber zumindest kommerziell auf Jahre hinaus wenig bringen”, sagte der Manager in Ludwigsburg laut Redemanuskript.
Um diesen Spagat zu schaffen, sind die Stuttgarter diverse Kooperationen eingegangen. “Im Grunde kann die Lösung nur in einer systematischen Arbeits- und Kostenteilung liegen”, sagte Zetsche. So entwickelt Daimler mit Renault-Nissan Kleinwagen und kleine Motoren und hat sich an der Elektro-Sportwagenschmiede Tesla beteiligt. Durch die Kooperation mit Evonik sichern sich die Schwaben den Zugriff auf die für Batterien entscheidende Lithium-Ionen-Technologie. Und gemeinsam mit RWE, Enel und Linde soll der Aufbau der Infrastruktur für Elektro- und Brennstoffzellenautos voran. Der chinesische Batterieproduzent BYD, der inzwischen auch Elektroautos baut, soll den Zugang zum chinesischen Massenmarkt für Elektromobilität sichern.
Deutlich schwerer tut sich der Rivale BMW mit Partnerschaften. Die Einkaufskooperation mit Daimler erstreckt sich nur auf wenige Teile wie Gurtroller oder Klimaanlagen. Mit dem französischen Kleinmotoren-Partner PSA Peugeot Citroen laufen schon länger Verhandlungen über den Ausbau der Zusammenarbeit, bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Groß ist die Angst der Münchener um die Identität der Marke.