Die Daimler AG bespricht am Mittwoch mit der französischen Justiz den Verkauf von EADS-Aktien im Jahr 2006. Ein Sprecher des Stuttgarter DAX-Konzerns bestätigte auf Anfrage, dass es ein Treffen geben wird, wollte sich aber nicht konkreter äußern.

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung” (Mittwochsausgabe) zufolge ist Daimler wegen des Verdachts auf Insiderhandel vorgeladen. Unter Berufung auf Justizkreise schreibt das Blatt, die Staatsanwaltschaft werde wahrscheinlich nach dem Treffen ein offizielles Ermittlungsverfahren einleiten.

Daimler und der andere EADS-Großaktionär Lagardere stehen unter Verdacht, 2006 von den Lieferschwierigkeiten beim Superjumbo A380 gewusst und daraufhin EADS-Aktien verkauft zu haben. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern hätte die Informationen wegen der hohen Bedeutung für die Börse sofort publik machen müssen, tat dies allerdings erst Wochen später. Mit dem frühzeitigen Anteilsverkauf blieben Daimler so angeblich Kursverluste erspart.

Die Angelegenheit wurde auch von der französischen Börsenaufsicht untersucht, die die des Insiderhandels Verdächtigen Anfang des Jahres freisprach. Untersuchungen geführt wurden gegen 17 hochrangige EADS-Manager und Daimler sowie Lagardere.

Der Daimler-Sprecher verwies am Mittwoch darauf, dass diese Entscheidung der Börsenaufsicht final sei und nicht angefochten werden könne. “Wir sind daher zuversichtlich, dass diese Sache für Daimler einen günstigen Ausgang nehmen wird.” Auch Lagardere wurde von der Börsenaufsicht freigesprochen, vor knapp zwei Wochen eröffnete die Staatsanwaltschaft trotzdem ein Ermittlungsverfahren gegen das Medienunternehmen.

Um das EADS-Engagement von Daimler ranken sich aktuell einige Spekulationen. In den vergangenen Tagen kamen immer wieder Berichte auf, der Stuttgarter DAX-Konzern wolle sich von seinem verbliebenen 15-prozentigen Anteil trennen, möglicherweise noch in diesem Jahr. Gegenwärtig hält Daimler gut 22% der Stimmrechte, hat aber vor einigen Jahren 7,5% seiner Aktien an ein Bankenkonsortium verkauft. EADS-Anteile liegen bei Lagardere und Daimler sowie Staatsholdings aus Frankreich und Spanien.