Wolfgang Bernhard

Wolfgang Bernhard: "Wir brauchen dazu kein zusätzliches Programm, wir sind gut aufgestellt." - Bild: Daimler

Dennoch hat sich die Nutzfahrzeug-Sparte diverse Maßnahmen vorgenommen. So soll das Produktionsnetzwerk weiter angepasst werden. Aus kostengünstigeren Märkten wie der Türkei sollen künftig beispielsweise andere europäische Märkte beliefert werden. Auch die Produktpalette soll bis zum Jahr 2018 um mehr als ein Drittel verschlankt werden. Die Produktionsdauer pro Fahrzeug soll bis dahin um 25 Prozent sinken, die Materialkosten sollen ebenfalls weiter zurückgehen. Erste Erfolge haben sich in der Vergangenheit bereits gezeigt: Seit dem Jahr 2013 ist die Produktivität pro Mitarbeiter nach Unternehmensangaben um 10 Prozent gestiegen.

Falls nötig, werde man weitere Personalanpassungen durchführen, sagte Lkw-Chef Stefan Buchner. Erst am Vortag hatte Daimler angekündigt, in den USA und Mexiko weitere 1.240 Mitarbeiter zu entlassen. Schon zu Beginn des Jahres hatte das Unternehmen in Nordamerika rund 1.200 Mitarbeiter entlassen. In den USA hatte sich der Markt schwächer entwickelt als zu Beginn des Jahres noch angenommen. In den USA sei man Personalseitig nun auf einem "Minimalbestand", sagte Nutzfahrzeug-Vorstand Bernhard. "Weitere Einschnitte, falls erforderlich, kann ich aber nicht ausschließen", fügte er hinzu.

Weniger Mitarbeiter, mehr Fahrzeuge

In Brasilien liegt der Markt seit längerem am Boden. Dort werden derzeit über ein freiwilliges Abfindungsprogramm ebenfalls weitere rund 2.000 Mitarbeiter entlassen. Unter anderem dafür hatte Daimler in der Gewinnwarnung etwa 100 Millionen Euro an Sonderbelastungen eingeplant. In den vergangenen zwei Jahren seien in Brasilien insgesamt mehr als 5.000 Stellen gestrichen worden, sagte Buchner. Dort seien nun noch rund 8.000 Mitarbeiter beschäftigt. "Wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen, dann müssen wir mit weniger Mitarbeitern mehr Fahrzeuge herstellen", sagte Lkw-Chef Buchner.

"Wir sind weit von einer Unternehmenskrise entfernt", betonte Bernhard jedoch. "Im Gegenteil, dieses Jahr wird ein super erfolgreiches werden." Die Sparte erwartet nun nur noch einen Absatz und einen Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) aus dem laufenden Geschäft deutlich unter dem Vorjahreswert. Auch die Umsatzrendite werde in diesem Jahr niedriger ausfallen als noch im vergangenen Jahr, sagte Bernhard. Zu Jahresbeginn war man davon ausgegangen, das Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres bei einem leicht rückläufigen Absatz halten zu können.

Die Langfristziele 2020 bekräftigte Bernhard. Dann will Daimler Trucks 700.000 Einheiten absetzen und dabei eine Umsatzrendite in der Größenordnung von 8 Prozent erzielen. "Wenn die Märkte einigermaßen funktionieren, dann sind die 8 Prozent auch da", sagte Bernhard.