Daimler, Mercedes SLS

Daimler hat nach dem Rekordjahr 2016 im ersten Quartal noch einen drauf gesetzt und die Prognosen für 2017 nach oben geschraubt. - Bild: Daimler

Bisher hatte der Autokonzern leichte Steigerungen in Aussicht gestellt, was beim Gewinn einem Zuwachs von bis zu 10 Prozent entspricht. Im ersten Quartal profitierte Daimler weiterhin vom starken Autogeschäft und mehreren Sondereffekten.

Am Aktienmarkt kommt die bessere Prognose in einer ersten Reaktion gut an. "Sie haben tatsächlich nochmal einen draufgelegt", sagt ein Händler zum Ausblick. Zwar habe der Markt mit einer Erhöhung gerechnet, nicht jedoch in diesem Umfang. Das Geschäft vor allem in der Sparte Mercedes laufe stärker als erhofft, die Zahlen zum ersten Quartal seien "extrem gut".

Die Daimler AG, die im vergangenen Jahr BMW als weltgrößten Premiumhersteller abgelöst hat, steigerte den Umsatz in den ersten drei Monaten um 11 Prozent auf 38,8 Milliarden Euro. Während im Lkw-Geschäft wie erwartet weniger erlöst wurde, zogen die Umsätze bei Mercedes-Benz, im Bus- und Vans-Geschäft teils deutlich an.

Daimler übertrifft Markterwartungen

Beim Gewinn legte das Unternehmen rasant zu: Das Konzern-EBIT stieg, wie bereits Anfang April berichtet, um fast das Doppelte auf gut 4 Milliarden Euro. Nach Steuern und Dritten verdiente Daimler 2,71 Milliarden nach 1,35 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie zog auf 2,53 Euro von 1,26 Euro an.

Analysten hatten dem Konzern nur einen Umsatz von 37,3 Milliarden und ein Ergebnis je Aktie von lediglich 2,22 Euro zugetraut.

Daimler hatte Anfang April bereits EBIT-Eckzahlen und die Margen für die Sparten für das erste Quartal vorgelegt. Dabei hatte der Konzern auch die positiven Sondereffekte auf rund 690 Millionen Euro beziffert. Grund dafür waren unter anderem ein Immobilienverkauf und die gute Entwicklung des chinesischen Gemeinschaftsunternehmens.

Autogeschäft weiter auf Überholspur

Besonders gut lief es für den Stuttgarter Konzern einmal mehr im Automobilgeschäft. Eine gute Nachfrage nach der neuen E-Klasse und SUV-Modellen trieb den Absatz im ersten Quartal auf einen Rekordwert. Der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf 22,7 Milliarden Euro, das EBIT stieg sogar auf 2,23 Milliarden nach 1,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Im wichtigen Lkw-Geschäft sanken die Erlöse, allerdings nicht so stark wie erwartet: Daimler berichtete am Mittwoch über einen Umsatzrückgang auf 7,9 Milliarden von 8,2 Milliarden Euro. Analysten hatten einen Erlösrückgang auf 7,8 Milliaren Euro befürchtet. Das EBIT stieg, auch dank von Sondereffekten, auf 668 Millionen von 516 Millionen Euro.

Im Lkw-Geschäft hatte Daimler zuletzt mit erheblichem Gegenwind zu kämpfen. Im Schlussquartal 2016 brach der Umsatz um 16 Prozent ein, das operative Ergebnis sogar um knapp die Hälfte. Die bereinigte operative Marge sackte im Gesamtjahr auf nur noch 6,2 von 7,3 Prozent ab. Aus diesem Grund hatte Daimler vergangenes Jahr ein Sparprogramm für den Bereich angekündigt, das zuletzt konkretisiert wurde.