Daimler will seine Kompetenz in den Bereichen Diesel-Motoren- und Abgastechnologie in das Joint

Daimler will seine Kompetenz in den Bereichen Diesel-Motoren- und Abgastechnologie in das Joint Venture mit dem chinesischen Lkw-Hersteller Foton einbringen, um die chinesischen Anforderungen zu den Abgasgrenzwerten zu erfüllen (Bild: Daimler).

Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones)–”Dies ist ein wichtiger Schritt für die globale Wachstumsstrategie von Daimler und die Erweiterung unseres Portfolios in China”, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche. “Wir sind künftig mit 50% an Beijing Foton Daimler Automotive beteiligt und werden dadurch unsere ohnehin schon starke Position auf dem chinesischen Markt weiter festigen”. Mit dem enormen Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft ist in den vergangenen Jahren auch das Güterverkehrsvolumen massiv angestiegen – und damit wiederum der Lkw-Markt. 2010 lag das Marktvolumen im Reich der Mitte laut Daimler-Angaben bei 1,2 Mio Lkw mit einem Gewicht von mehr als sechs Tonnen. 2020 könnten es nach Prognosen der Stuttgarter etwa 1,5 Mio pro Jahr sein.

Daimler selbst war bislang nur mit den eigenen Lkw-Konzernmarken in dem Land aktiv, die für Kunden in Chinas aufstrebender Wirtschaft jedoch zu teuer waren, um auf nennenswerte Volumina zu kommen. Daimler und Foton hatten sich nach langwierigen Verhandlungen Mitte letzten Jahres auf das Gemeinschaftsunternehmen geeinigt. Die ersten Bestrebungen hatte es bereits seit 2008 gegeben. Der Genehmigungsprozess zog sich jedoch bis jetzt hin.

Daimler wird seine Kompetenz in den Bereichen Diesel-Motoren- und Abgastechnologie in das Joint Venture einbringen, um die chinesischen Anforderungen zu den Abgasgrenzwerten zu erfüllen. So soll sogar die Emissionsrichtlinie Euro V geschafft werden. Die Motoren werden in den gemeinsam produzierten Lastwagen unter dem Markennamen Aumann eingebracht. Foton stellt wiederum sein Vertriebs- und Servicenetz im mittleren und schweren Lkw-Bereich sowie seine Marktkompetenz in China und Asien zur Verfügung.

Die endgültige Genehmigung sei ein Meilenstein für die Umsetzung der weltweiten Strategie von Daimler Trucks, sagte Spartenchef Andreas Renschler. Die Stärkung der Position in aufstrebenden Märkten wie Russland und China sei ein Schlüsselelement in der ambitionierten Wachstumsstrategie. Nach dem Start des Geschäfts können nach früheren Aussagen Renschlers jährlich 100.000 Lkw der gemeinsamen Marke Aumann verkauft werden – auch außerhalb Chinas.

Daimler Trucks will zwischen 2010 und 2013 um jährlich 14% wachsen. 2013 sollen dann mehr als 500.000 Verkäufe zu Buche stehen, bis zum Ende des Jahrzehnts sogar 700.000. 2010 waren es 355.000 gewesen.

Foton ist seit seinem Einstieg ins Lkw-Geschäft im Jahr 1998 schnell gewachsen. 2010 verkauften die Chinesen knapp 105.000 mittelschwere und schwere Lkw, im ersten Halbjahr 2011 waren es bereits fast 66.500 Stück. Ein zweites Lkw-Werk ist bereits im Hochlauf. Damit hat das Joint Venture mit Daimler insgesamt eine Kapazität von 160.000 Lkw.