Die Kooperation von Nissan-Renault und Daimler wird ausgweitet: Laut Nissan-Chef Carlos Ghosn ist es

Die Kooperation von Nissan-Renault und Daimler wird ausgweitet: Laut Nissan-Chef Carlos Ghosn ist es denkbar, dass Renault irgendwann die Architektur von Mercedes-Benz nutzen wird (Bild: Daimler).

von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Die Nissan-Premiummarke Infiniti wird ab 2014 auf Basis einer Mercedes-Benz-Architektur einen Kompaktwagen bauen, wie Vorstandschef Carlos Ghosn am Mittwoch am Rande der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt sagte.

Aus Währungsgründen soll das Auto außerhalb Japans produziert werden, so der Manager. Wo, ob in Europa, China oder den USA, sei noch nicht entschieden worden. Der extrem starke Yen hatte den japanischen Autoherstellern, die stark exportorientiert sind, zuletzt extreme Sorgen bereitet. Laut Ghosn ist es auch denkbar, dass Renault irgendwann die Architektur von Mercedes-Benz nutzen wird.

Daimler und Renault-Nissan gaben im Frühjahr vergangenen Jahres eine weitreichende Kooperation bekannt und beteiligten sich wechselseitig mit 3,1% aneinander, um die Allianz zu besiegeln. Die drei Konzerne arbeiten unter anderem bei Kleinwagen, Elektroantrieben, leichten Nutzfahrzeugen und Motoren zusammen. Die Partner hatten zudem stets betont, dass es weitere Kooperationspotenziale gebe.

Ein wichtiger Baustein der bereits bestehenden Kooperation ist die Belieferung mit Drei- und Vierzylindermotoren von Mercedes-Benz durch Renaut-Nissan, die im neuen smart, der Anfang 2014 auf den Markt kommt, und dem Twingo sowie in den Kompaktwagen der Kernmarke von Mercedes-Benz einfließen werden. Umgekehrt beliefert Mercedes-Benz die Nissan-Luxusmarke Infiniti mit großen Vier- und Sechszylindermotoren.

Vor dem Hintergrund des ambitionierten Ziels, bis 2020 der erfolgreichste Premiumautobauer zu werden, will Mercedes-Benz sein Kompaktwagenportfolio in den nächsten Jahren auf fünf Modelle aufstocken. Das Kleinwagensegment wird auch für Premiumhersteller angesichts rigiderer Emissionsvorgaben und hoher Spritpreise zusehends wichtiger. Die Kooperation mit Renault-Nissan soll helfen, in dem schwer umkämpften Segment profitabel arbeiten zu können. Insgesamt wollen die Stuttgarter bis 2015 zehn neue Modelle an den Start bringen, um Branchenprimus BMW vom Thron zu stoßen.

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche sagte, die Kooperation mit Renault-Nissan habe sich seit dem Start vor anderthalb Jahren besser entwickelt als erwartet. Beide Vorstände betonten, dass die nun bekanntgegebene Ausweitung noch nicht das Ende des Fahnenstange sein müsse. Es gebe keine Tabus, in allen Bereichen sei grundsätzlich eine neuerliche Ausweitung der Zusammenarbeit denkbar. Laut Zetsche gibt es aktuell keine Pläne, die Beteiligung an Renault-Nissan aufzustocken.